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[mohrkochen] Herbstlicher Kürbispott – nussig, fruchtig, gemüsig

Die lustigsten Gerichte entstehen bei mir oft, wenn sonntags “irgendwas noch weg muss” und ich mich bemühe, die “wegmüssenden” Zutaten möglichst originell zu kombinieren, ohne dass es am Ende allzu eklig wird. Ehrlicherweise schmecken die Resultate am Ende dann auch nur mir. Manchmal zwänge ich sie mir sogar eher aus Höflichkeit den Zutaten gegenüber mit mittelmäßiger Begeisterung irgendwie rein, damit das gute Gemüse nicht umsonst gestorben ist. Für diesen Kürbiseintopf hingegen könnte es durchaus doch den ein oder anderen Liebhabergaumen geben.

Unbedingt “weg” musste diesmal eine Stange Lauch aus meiner Ökokiste, (und zwar flott, denn am Dienstag hat sich ja schon der Nachschub angekündigt!)  und die Möhren im Gemüsefach sahen irgendwie auch schon ein wenig schlapp um die orange Nase aus. Angesichts des einsetzenden Herbstdauerregens habe ich dann auch noch den letzten Hokkaido aus dem Garten gerettet und am Ende alles zu einem orangen Pott-Porrie (Wortspiel ahoi!) mit Grüneinlage verköchelt.

Zutaten:
400 g Hokkaido
250 g Möhren
150 g Lauch
– die 3 “Gemüses”..ähm…”Gemüsi”…”Gemüsanten”…wie auch immer die Mehrzahl von Gemüse lautet….wurden jeweils geputzt und entkernt (sofern Kerne vorhanden, die Möhre und der Lauch an sich kommt ja meist doch kernlos daher) gewogen –
1 rote Zwiebel
1 EL Senfkörner
1 EL Kreuzkümmelsamen
2 EL Tomatenmark
300 ml Wasser + etwas Gemüsebrühepulver
3 EL Erdnussmus (gerne mit Stückchen)
250 ml Orangensaft
Salz, schwarzer Pfeffer, Pul Biber oder Chiliflocken, Kreuzkümmel
ggf. ein paar geröstete, gesalzene Erdnusskerne zum Dekorieren und falls zufällig noch frischer Koriander wegmuss, darf der auch noch mit aufs Tellerchen

Öl zum Anbraten (Kokos- oder Rapsöl)

Und los geht’s!
Den Kürbis in Würfel, die Möhre in Scheiben und den Lauch in Streifen schnitzen. Die Zwiebeln entkleiden und in eine Form nach Wahl schneiden (Würfel oder Streifen). Raps- oder Kokosöl in einem Topf erhitzen, Zwiebel darin andünsten und die Senfkörner und Kreuzkümmelsamen kurz darin anrösten (Vorsicht, die Senfkörner fangen an zu springen, wenn sie heiß werden – also Obacht beim Topfgucken, sonst hopst einem am Ende ein hitziges Senfkörnchen ins Auge)

Die Möhre und das Tomatenmark zugeben, kurz anschwitzen lassen, mit der Gemüsebrühe aufgießen und ein wenig köcheln lassen (ca. 5 Minuten, so genau kommt’s nicht).  Dann den Kürbis in den Topf schubsen und ungefähr 10 Minuten weichköcheln. Die Lauchstreifen und die Erdnussbutter zugeben, mit den Gewürzen abschmecken und noch ein paar Minuten blubbern lassen. Zum Schluß den Orangensaft zugeben, kurz aufkochen lassen, gründlich durchrühren und ggf. noch ein wenig nachwürzen.

Auf 2 Teller verteilen und gerne noch mit ein wenig gehacktem Koriander und gerösteten Erdnüssen dekorieren.

Auch wenn die Kombination Gemüse/Erdnussbutter/Orangensaft erstmal ein wenig eigentümlich klingt, so ist das Ergebnis (für mein Empfinden) absolut köstlich. Am besten schmeckt der Kürbispott, wenn er am Folgetag nochmal aufgewärmt wird, alles gut durchgezogen ist und die Gemüsekonsistenz von “mittelbissfest” in “pampigschlotzig” transformiert ist. Optisch ist das Gericht allerdings durch die orange-braune Farbgebung allerdings weder frisch gekocht noch aufgewärmt ein besonderer Netzhautschmaus.
Hier zählen halt die inneren Werte.


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