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Haselnuss-Berndts – knuspermürbe Nusstafeln

Vermutlich haben die meisten von euch schon mit der Weihnachtsbäckerei abgeschlossen, aber diese nussigen Knusperdinger sind einfach zu gut, um das Rezept bis zur nächsten Saison in der Schublade zu lassen. Sie sind zudem der beste Beweis dafür, dass die einfachen Dinge oft die besten sind – und es kein Gedöns braucht, um großartige Kekse zu backen.

Ich habe diese köstlichen Nussplätzchen bei meiner Freundin Sabine probiert und fand sie so sagenhaft lecker, dass sie mir den ganzen nächsten Tag nicht aus dem Kopf gegangen sind und ich ums Rezept gebettelt habe. Dieses wurde mir sogleich in Form eines abfotografierten, verknitterten Zettelchens und der Warnung “Der Teig ist klebrig und lässt sich nicht gut ausrollen. Ich hätte ihn diesmal fast in die Mülltonne geworfen!” zugeschickt.
Hmpf.
Teig ausrollen mag ich tatsächlich überhaupt nicht, und schon gar nicht wenn der blöde Teig widerwillig ist. Weil ICH ihn im Gegensatz zu meiner geduldigen Freundin dann wohl tatsächlich wutentbrannt in die Tonne kloppen würde, habe ich mir sicherheitshalber gleich eine alternative Zubereitungsform überlegt.
“Faulheit denkt scharf” sagt mein Papa immer. Und da ist was dran.

Da es sich um ein altes Familienrezept handelt und die Kekse wohl schon – genau so wie auf dem Zettelchen vermerkt-  bereits von Sabines Mama gebacken wurden, habe ich diese Backwerke der ‘Familie Berndt’ zu Ehren “Haselnuss-Berndts” getauft.

Zutaten:

250 g Dinkelmehl Typ 630
150 g Bio-Rübenzucker (warum? DARUM!) *)
1 Päckchen Bourbonvanillezucker
200 g gemahlene Haselnüsse
1/2 TL Weinsteinbackpulver *)
100 g kalte Margarine (am besten eignet sich m.E. ‘Alsan’)
3 Tropfen Bittermandel-Aroma *)
4 EL Pflanzenmilch

*) Wer keinen Bio-Rübenzucker findet oder verwenden mag, kann und darf natürlich Rohrohrzucker verwenden. Oder von mir aus auch hundsnormalen Rübenzucker. Oder was immer man favorisiert.

*) Ich weiß, im Originalrezept steht 1 GANZER Teelöffel Backpulver. Aber meine Omat hat mich früher immer ermahnt, dass in Weihnachtsplätzchen kein Backpulver gehört. Niemals, neverever und unter gar keinen Umständen. Also hatte ich beim halben TL schon Schweißausbrüche, weil ich immer die gestrengen Worte der Omma-selig im Ohr hatte. Wer  renitenter ist als ich, kann es gerne mit einem ganzen TL versuchen. Ich fand’s aber so genau richtig, Oma hin oder her.

*) Ich bin kein besonders großer Fan von Back-Aromen und würde es beim nächsten Mal im nächsten Jahr mit 1 TL Amaretto statt des Bittermandelzeugs versuchen.

Und so geht’s im Terrormix:

Zuerst die trockenen Zutaten in den Mixtopf geben, dann die kalte Margarine in Stücken zugeben, Bittermandelaroma und Milch zugeben und alles 25 Sekunden auf Stufe 4 verrödeln. Mit Spatel oder Löffel nach unten schieben und nochmal 25 Sekunden rattern lassen. Teig zu einer Kugel zusammenkneten und abgedeckt im Kühlschrank parken.

Und so geht’s in Handarbeit:

Laut Anleitung von Sabine muss man nur “alles zusammenschmeißen, gut verkneten und kühl stellen.” So. Nämlich.
Für weniger rustikale Bäcker würde es ich mal wie folgt formulieren:
“Zuerst die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen, dann die kalte Margarine in Stückcken zugeben und zusammen mit dem Bittermandelaroma und der Milch schnell zu einem glatten Teig verkneten.”
Das sollte sowohl mit dem Handmixer wie auch einfach mit kühlen Händen ganz ohne Strom funktionieren.

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Und nun kommt die oben erwähnte scharfdenkende Faulheit mit ins Spiel. Von der Vorstellung, aus klebrigem Teig mühevoll Sternchen auszustechen, selbige unfallfrei auf ein Blech zu drapieren und am Ende gar noch ein keckes Haselnüsschen auf jeden Stern zu setzen, war ich doch reichlich abgeschreckt. Also habe ich einfach behende meinen Backrahmen aus Metall auf ca. 30 x 35 cm aufgezogen, auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech gestellt, den Teig weitestgehend gleichmäßig dort hineingekrümelt, mit den Händen festgedrückt und mit dem Teigroller zu einer festen, möglichst gleichmäßigen Platte verrödelt. 

(Man kann natürlich alternativ den Teig ausrollen und Sterne ausstechen. Das – so muss ich gestehen – habe ich nach Sabines Warnung überhaupt gar nicht erst versucht. Aber wie man an den Sabinsch’en Exemplaren rechts oben neben dem Rezeptzettel sieht…es funktioniert ja…munkelt man.. Bei dieser Variante könnte man die einzelnen Kekse noch mit Sahne bestreichen und je 1 Nuss dekorieren.)

Diese Platte wandert nun samt Blech und Backrahmen für ca. 12-15 Minuten in den Ofen, bis sie an den Rändern Farbe annimmt. Sofort nach dem Austritt aus dem Backrohr sollte man nun mit einem scharfen Messer kleine Quadrate, Rechtecke oder Rauten (kurz: “geometrische Form nach Wahl”) in den noch heißen, weißen Teig schnitzen. Am besten erst vorsichtig “Schnittlinien” anritzen und dann nochmal feste schneiden, um die Stücke zu trennen. Das sollte tatsächlich recht zügig erfolgen, da die Kekse beim Abkühlen sehr schnell fest werden.

Und nun geht’s an die Deko!

Gleich vorweg: Die Haselnuss-Berndts schmecken auch gänzlich undekoriert phantastisch, nussig und knackig. Man kann sie also einfach so, wie sie sind, in eine Keksdose packen und versuchen, irgendwie bis Weihnachten die Finger davon zu lassen.

Man kann sie aber auch mit etwas (im Wasserbad geschmolzener) Schokolade aufhübschen und gehackte Haselnüsse drüberstreuseln. Oder mit je 1 Schokotupfen je 1 Haselnuss aufkleben. Oder…oder…


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[mohrkochen] Mandelkuchen mit Birnen

“Gesetz ist die Regel, nach der das Dasein der Dinge bestimmbar ist.”
(Immanuel Kant)

Und im Casa Mohr gilt das Gesetz “Sonntag gibt’s Kuchen!”.
Und Kuchen wird ja auch immer irgendwie durch das “Dasein der Dinge” bestimmt, dieses Mal zum Beispiel durch das Dasein von knackigen Birnen in meiner Ökokiste. Ebenso frönten gehackte Mandeln ihr Dasein, die ich irgendwann mal gekauft und für irgendwas ganz dringend benötigt habe. Aber dass es dazu wohl nie gekommen ist, beweist der Umstand, dass die Tüte immer noch unangebrochen in meinem Vorratsschrank liegt. Also können die Mändelchen auch fix in den Kuchenteig wandern, dann sind sie schon mal gut untergebracht.

Zutaten:
300 g Dinkelmehl Typ 630
130 g Rohrzucker
100 g gehackte Mandeln (wenn man die Mandeln vorher leicht ohne Fett in einer Pfanne anröstet, schmecken sie noch aromatischer – ich war allerdings diesmal zu faul beschäftigt dazu)
1 Päckchen Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz
1 TL Zimt
260 g Sojamilch (oder andere Pflanzenmilch nach Gusto)
60 g geschmacksneutrales Pflanzenöl

3 Birnen (am besten eine feste, leicht säuerliche Sorte, in meinem Fall war’s die “Gräfin von Paris”)

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

So geht’s im Terrormix:
Die trockenen Zutaten zuerst in den Mixtopf geben, dann Sojamilch und Öl zugießen und dem Ganzen eine Freifahrt von 1 Minute im Teigmodus spendieren.

So geht’s im Handbetrieb:
Die trockenen Zutaten vermischen, dann Öl und Milch hinzugeben und mit dem Handmixer (oder gar einem großen Löffeln, wenn man über entsprechende Muskelkraft und Ausdauer verfügt) gründlich zu einem geschmeidigen Teig verrühren.

Und weiter geht’s!
Eine 26 cm-große Springform mit Backpapier bekleiden oder einfetten und den Teig einfüllen. Die Birnen schälen, vierteln und vom Kerngehäuse befreien. Nun die Birnenviertel mit einem scharfen Messer in Streifen schneiden, möglichst dekorativ angeordnet auf den Teig setzen und ein wenig “runterdrücken”. Dann darf sich der birnige Mandelkuchen für ca. 35 Minuten im heißen Ofen aufwärmen – die bewährte Stäbchenprobe sagt Bescheid, wenn das Backwerk fertig ist.

Danach sollte der Kuchen noch ein wenig auskühlen und darf dann mit Puderzuckergestöber garniert die sonntägliche Kaffeetafel zieren.
Gesetz ist schließlich Gesetz!

Varianten:
Statt Birnen schmecken auch Äpfel im Kuchen und statt Mandeln können (geröstete) Haselnüsse oder Walnüsse verbacken werden.


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Zitronen-Brombeermuffins

Wenn man täglich mit dem Hundetier durchs Umland stromert, entdeckt man mitunter spannende Orte und Pfade, von deren Existenz man in der Prä-Hund-Ära nicht den Hauch einer Ahnung hatte. Das ein paar Schritte feldein neben meinem üblichen Spazierweg ganze Heerscharen üppig behangener Brombeersträucher auf ihre Entdecker warten, habe ich nur durch ein kurzes “Och, gehen wir doch heute mal daher” erfahren.

Seitdem pflücke ich jeden Morgen fleißig Beerenobst fürs Frühstück, während Heidi Herrlich die örtliche Kaninchenpopulation kartographiert. Ein leckeres und spannendes Win/Win also.

Das Rezept für diese leckeren Brombeermuffins ist im Grunde das gleiche wie für die Sauer-macht-lustig-Backwerke, allerdings habe ich diesmal das Sojamehl weggelassen (unnötiges Gedöns) und Dinkelmehl genommen. Und den Teig im Terrormix fabriziert. Der Rest bleibt beim alten.

Zutaten

270 g Dinkelmehl Typ 630
100 g Rohrohrzucker
10 g Weinsteinbackpulver

250 ml Pflanzenmilch nach Wahl (in diesem Fall habe ich Hafermilch verbacken)
75ml Alba-Öl (oder anderes geschmacksneutrales Öl)
1 Fläschchen Zitronenaroma
eine gute, große Handvoll Brombeeren (ca. 100 g)

– ergibt 12 Muffins –

So geht’s im Terrormix

Die trockenen Zutaten in den Mixtopf geben und kurz auf Stufe 4 durchrühren. Dann Öl und Milch zugeben, 10 Sekunden auf Stufe 4 vermixen, Deckel öffnen und mit dem Spatel ggf. Mehl von den Wänden zum Messer schieben und nochmal 10 Sekunden auf Stufe 4 mixen.

So geht’s im Handbetrieb

Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlichen mischen. Die Pflanzenmilch mit dem Öl und dem Zitronenaroma verrühren, zu der Mehl-Zuckermischung geben und mit dem Handmixer gut verrühren.

Und so geht’s weiter

Den Backofen auf 180°C vorheizen (kann man natürlich auch direkt zu Beginn machen, aber ich brauche immer so lange fürs Teig-Einfüllen und Beeren-Drapieren, dass der Ofen immer schon heiß ist, bevor die Muffins backfertig sind.)

Den Teig auf 12 Muffinformen verteilen und die Beeren drauf- und reinsetzen. Selbstverständlich kann man sich diesen Arbeitschritt sparen und die Beeren gleich mit dem Teig verrühren, aber hier bin ich ein bisschen “monkig”…jeder Muffin soll am Ende die gleiche Anzahl Brombeeren enthalten. Wäre ja noch schöner, so ein Chaos.

Wenn alles zur Zufriedenheit arrangiert wurde, dürfen die Backwerke in spe in den Ofen wandern und dort ca. 25 Minuten bleiben (Stäbchenprobe, ahoi!)

Wenn sie dort wieder rauskommen, sofort aus der Backformen nehmen (die Papierförmchen bleiben natürlich dran) und auf einem Rost auskühlen lassen.

Wer mag, kann später noch Puderzucker mit ein wenig Fruchtsaft zu einem rosaroten Zuckerguß verrühren und die Muffins damit einpinseln. Mir schmecken diese fluffigen kleinen Törtchen aber auch mit schnödem Puderzucker allerbestens.

Die Muffins schmecken übrigens auch mit Himbeeren ganz köstlich. Allerdings müssen Heidi und ich wohl noch eine Weile durchs Umfeld stromern, Himbeerhecken habe ich nämlich bisher noch keine gefunden. Dafür aber Apfelbäume. Mohr to come. Da könnt ihr sicher sein.



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