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[mohrkochen] Machmichgesund-Suppe mit Rote Bete und Sauerkraut

Wie man bereits HIER! [“How to be good” – Mutter Teresa in Ausbildung] in aller Schandbreite nachlesen kann, ist bei mir in Sachen uneigennützige Hilfsbereitschaft noch deutlich Luft nach oben – vor allem und im Besonderen, wenn dabei Essen mit im Spiel ist.

Als mir kürzlich eine sehr liebe Freundin schrieb, dass sie wohl abends nicht mit zur Gassirunde kommen kann, weil ihr eine garstige Erkältung im Nacken sitzt und sie zudem mitsamt Erkältung noch bis 20.00 Uhr arbeiten muss, kam mir der Gedanke an einen neuen Versuch in Sachen “Gutmenschigkeit”. Schwerstmotiviert durchforstete ich meine Vorratskammer, fand eine relativ frische Knolle Rote Bete und einige Kartoffeln, die durchaus noch brauch- und verkochbar waren. Ein Topf Sauerkraut wartete ohnehin im Kühlschrank auf seinen finalen Auftritt, und ein Möhrchen rief “Iss’ mich!” aus dem Gemüsefach. Daraus würde ich nun einen Topf kräftespendender und erkältungsvirenvernichtender Suppe kochen und meiner kranken Freundin vor die Tür stellen, damit sie nach Feierabend nur noch matt auf die Couch sinken und heiße Suppe löffeln darf. Hach. Ich Gute, ich.

Rote Bete ist ja ein wahres Vitaminbömbchen und hat reichlich Vitamin C und auch B-Vitamine und Mineralstoffe im roten Sack, und auch Sauerkraut sollte eigentlich “Powerkraut” heißen. Aus diesem kongenialen Gemüseduo lässt sich trefflich ein wunderbar köstlicher Bäuchleinwärmer und Virenkiller köcheln.

Zutaten:
1 große Knolle Rote Bete (ca. 250 g, mit Schale gewogen)
1 große Kartoffel (ca. 150-200g, mit Schale gewogen – mehlig- oder vorwiegend festkochend
1 mittelgroße Möhre (ca. 100g, mit Schale gewogen)
1 kleine rote Zwiebel
2 EL Olivenöl
1 Sternanis, 1 Lorbeerblatt
500 ml Wasser
1 EL Gemüsebrühe
150 g Sauerkraut
1 EL Ahorn- oder Dattelsirup
1 EL gehackte frische Petersilie

– wer mag: 2-3 EL Pflanzensahne oder vegane Creme fraiche –

Und los geht’s!
Als Erstes wird alles, was an Gemüse für diese Suppe bereitliegt, am Schlafittchen gepackt und geschält. Die Möhren werden halbiert und in Scheiben geschnitten, das Restgemüse gewürfelt. Das Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Möhren darin andünsten, Wenn die Zwiebelchen eine leichte Bräunung angenommen habe, das Wasser aufgießen, die Gemüsebrühe einrühren, Sternanis und Lorbeerblatt zugeben und kurz aufköcheln lassen. Dann dürfen die Kartoffel- und Betewürfel ebenfalls ins die heiße Badewanne hopsen und alles wird in ca. 20  Minuten bissfest-weichgekocht.

An dieser Station dürfen nun Sternanis und Lorbeerblatt austeigen, dafür steigen das Sauerkraut (gerne vorher hacken, das erleichtert später das Suppelöffeln) und der Sirup zu. Alles gut verrühren und kurz köcheln lassen. Wer gerade ein wenig Sahne oder Creme fraiche griffbereit hat, kann davon etwas unterrühren, das macht eine hübschere Farbe und rundet alles noch leicht ab. Danach die Petersilie einrühren, in einem großen Topf füllen und der kranken Freundin bringen, erstmal den Löffel eintunken und probieren, begeistert “Aaaaah!” rufen und sich selbst eine große Schüssel der Suppe kredenzen.
Den Rest dann zur kranken Freundin bringen.
Man  muss es ja mit der Gutherzigkeit nicht gleich übertreiben.


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“Quick & easy” – Superduper Linsenpuffer

LinsenpufferSo grundsätzlich halte ich mich ja eigentlich gerne für aufgeschlossen und experimentierfreudig – aber als ich das Rezept  *) für jene im Nachfolgenden näher vorgestellen Linsentacos gesehen habe, war mein erster Gedanke: “Datt gibt nix! Nie im Leben!”

Denn die Tacos enthalten nichts weiter als rohe rote Linsen, Wasser und ein paar Gewürze und…also echt – datt kann doch nix geben! Andererseits wäre es schon super, wenn es denn eben doch funktionieren würde – denn derart simple Rezepte aus minimalsten Zutaten finde ich immer richtig bombe.

Und – tadaaaa! – das Rezept hat nicht nur geklappt, sondern war richtig, richtig gut und die Pfannküchlein sind nun schon zweimal auf unserem Mittagstisch gelandet – und ganz sicher nicht zum letzten Mal.
Je nachdem womit man den “Teig” würzt, passt eigentlich alles dazu, was man mag – wir hatten beim Erstversuch Avocado, Bohnen, Tomaten und einen Schlag Joghurt und beim zweiten Mal Ruccola, Tomaten und Räuchertofu. War beides tipp-topp.
Die Linsenpuffer schmecken sogar kalt ganz brauchbar (frisch ist aber besser!) und sind schon (mit Avocado befüllt) mit ins Büro gereist.

Das Rezept findet sich in Melis Blog – aber wer gerade nicht so blogreiselustig ist, dem kann natürlich gleich hier vor Ort geholfen werden:

Zutaten
150 g rote Linsen (getrocknet)
220 ml Wasser (ggf. etwas mehr)
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer (weitere Gewürze nach Gusto – ich hatte beim ersten Mal Chili und beim zweiten Mal Curry im Puffer und beides war lecker)
ggf. ein Spritzer Zitronensaft

Öl zum Braten (ich nehme Kokosöl, dann wird’s schön knusprig)

Zubereitung mit Pürierstab
Linsen waschen und für mindestens 1 Stunde in warmen Wasser einweichen (so stehts bei Meli geschrieben, bei mir waren’s aber bei beiden Malen knapp 3-4 Stunden)

Die eingeweichten Linsen mit der Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer und den favorisierten Gewürzen pürieren, bis eine breiige, weitestgehend homogene, quietsch-orange Masse entstanden ist.  Weitere 10 Minuten stehen lassen (diesen Punkt hatte  ich übrigens im Meli-Original-Rezept überlesen und die Puffer direkt in die Pfanne geworfen, hat auch so geklappt).

Zubereitung im Terrormix:
Linsen waschen, in den Mixtopf geben und in warmem Wasser einweichen – Dauer: siehe oben (den Linsen isses ja wurscht, ob sie im Mixtopf oder in einer schnöden Schüssel vor sich hin weichen.)
Gewürze und Knoblauch zugeben und 20 Sekunden auf Stufe 7 vermixen. Dann ggf. nochmal mit dem Spatel die Linsenmasse zusammenschieben und 5-6 Sekunden auf Stufe 10 noch feiner mixen (wenn man denn möchte.) Den Teig 10 Minuten stehen lassen.

Und weiter geht’s!
Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Linsenmasse mit einem Löffel in die Pfanne geben und dünn verstreichen. Bei mittlerer Hitze 1-3 Minuten backen bis die Puffer gebräunt sind, dann vorsichtig wenden und fertig backen. Die o.g. Menge ergibt 4 Linsenpuffer.

Variationen:
Ich habe die Puffer auch schon mit weißen Bohnen und Kichererbsen ausprobiert, und beides schmeckt super. Allerdings braucht man in diesem Fall eine längere Einweichzeit – wenn man die Hülsenfrüchte morgens vor der Arbeit mit Wasser übergießt, kann man die kleinen Kerlchen abends pünktlich zum Feierabend verpuffern (wenn man ca. 12 Stunden aus dem Haus ist, so wie ich – wenn man ‘nen Halbtagsjob hat, sollte man “pünktlich zum Feierabend” einfach durch “pünktlich zum Abendessen” ersetzen, dann passt es zeitlich wieder.

Bei den Linsen wird das Einweichwasser mitvermixt, bei Bohnen und Kichererbsen sollte man das Einweichwasser aber besser wegschütten und frisches Nass zum Teigmixen nehmen. Kann man aber halten, wie man möchte.

*) Der Blog “Melis bunte Studentenküche”  lohnt sich nur nicht wegen der köstlichen Linsentacos. Auch alles andere liest sich lecker.


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