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[mohrkochen] Veganöse Bolognese

In einer Facebook-Thermomix-Gruppe, in die die ab und an meine Neugiernase stecke, erfreut sich ein Bolognesen-Rezept allergrößter Beliebtheit. Das mag zum einen daran liegen, dass Herr Goller als Kreatör der Soße ein ziemlich smarter Typ ist (Auge und Herz essen ja mit, bekanntermaßen) – aber auch daran, dass der Sugo zweifelsohne ein ganz besonders leckerer ist.

Ich hab’ mich nun schon mehrfach an einer veganösen Variante der Gollernese versucht und mein Magen ist mit dem Ergebnis mächtig zufrieden, daher – ab die Post! Ab heute wird zurückgegollert..ähm…gebollert. Ach, egal.

Hier ist erstmal der Link zum Original-Rezept “Bolognese Goller-Art” zum Einstieg in die Materie. Und nun alle einsteigen, das Raumschiff zum Planeten Vegan legt ab.

Noch ein klitzekleines Wort zum Veggie-Hack – mittlerweile gibt’s ja veganöses Hack auf Tofu- oder Seitanbasis in fast jedem Supermarkt in unterschiedlichster Qualität. Mein Geschmacksfavorit ist das Veggie-Hack von “Vegetarisch lecker”, das gibt’s bei Feinkost Aldi. Wenn ich irgendwie rankomme, ziehe ich aber aus Herzensgründen Produkte von Tofu Nagel, Veggie Life, Viana oder anderen veganen Kleinunternehmen vor – und vermeide die neuen Wiesenhof- oder Mühlenwalder-Mühle-Produkte konsequent. Nachdem die Tierquäler und Menschenschinder von Wiesenhof nun also entdeckt haben, dass man auch mit fleischfreien Produkten mächtig Kohle scheffeln kann, werden die engagierten Pioniere wie z.B. die Jungs und Mädels aus Tofutown oder eben Tofu Nagel durch Kampfpreise aus den Sortimenten der Supermärkte verdrängt – und da sollte der Verbraucher gegensteuern, so gut er kann. Es liegt ja bekanntermaßen sehr viel Macht in unseren Einkaufswagen, die könnten wir alle ruhig konsequenter nutzen. Find’ ich.

Zutaten:
1 große Gemüsezwiebel oder 2 rote Zwiebeln
500 g Veggie-Hack (am besten fertig gewürzt und brutzelfertig) *)
1 Knoblauchzehe
2 Möhren
Olivenöl zum Anbraten

75 ml brauner Balsamico
175 ml roter Traubensaft
(wer mag, kann natürlich stattdessen 250 ml Rotwein nehmen. Ich mag aber nicht.)
500 g passierte Tomaten
100 ml Wasser
80-100 g Tomatenmark
1 großzügiger EL Pflaumenmus (oder irgendeine andere säuerliche Marmelade/Gelee)

2 TL Gemüsebrühe
1 EL Würzhefeflocken
½ TL Zimt
1 TL Salz
Petersilie, Thymian, Oregano – frisch oder getrocknet

*) da die meisten “Häcke” in 200-Gramm-Einheiten verpackt sind, kann man auch nur 400 g nehmen, dann wird die Soße halt…soßiger. Oder 600 g, dann wird’s…ähm..ihr wisst schon..)

Zubereitung:
In diesem speziellen Fall ziehe ich die Zubereitung in meinem großen Wok dem Terrormix vor, weil ich Zwiebel und Hack gerne brutzelbraun angebraten mag. Wer da nicht soviel Wert drauf legt und/oder es gerne praktischer haben möchte, kann sich einfach an die Anleitung im verlinkten Rezept halten.

Möhren schalen und kleinhäckseln, Zwiebel würfeln, Knoblauch pressen und zusammen mit dem Hack in mit etwas Olivenöl scharf anbraten. Mit Balsamico und Traubensaft ablöschen, kurz köcheln lassen, dann die restlichen Zutaten zugeben, fleißig rühren und ca. 15-20 Minuten blubbern lassen. Fertig ist die Bollo-Laube.GolloBollo

Variationen:
In Scheiben oder Stücke geschnitte frische Champignons mit anbraten – leckerschmecker!
Oder – auch wenn das schon zu “Iiiiih, pervers!”-Ausrufen geführt hat – eine große Portion gehacktes Sauerkraut unterrühren und mitköcheln. Da kann der Bauer ruhig auch mal was fressen, was er nicht kennt.

Die Bollo “Eigentlich nach Goller-Art, aber dann doch irgendwie ganz anders” schmeckt zu Pasta und Kartoffeln oder auch auf Pizza oder Füllung für Blätterteigtaschen. Gerade in den Blätterteigdingern ist es nun aber wirklich lecker, wenn sich die Bolognese-Soße auf ein Sauerkrautbettchen kuscheln darf. Ich bin Rheinländer. Wir dürfen das.

Der Herzmann futtert die Bollo übrigens kalt auf Brot. Alles ist möglich.


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