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Kaffee-Nougat-Gelée

Die allerbesten Rezept-Ideen kommen mir eigentlich immer, wenn mir irgendwas in den Füßen rumsteht, das halt irgendwie wegmuss, wie auch diesmal.
Ich hatte mir eine große Kanne Kaffee zum Wandern gekocht, aber vergessen, das Gebräu in eine Thermoskanne zu füllen – und nun stand da ein Riesenpott kalter Kaffee in der Gegend und drehte mir ‘ne lange Nase.
Da ich ja ohnehin momentan im Gelée-Kochrausch bin und im Kühlschrank noch eine Packung Nuss-Nougat auf ihre endgültige Bestimmung wartete, habe ich das Ganze einfach mal todesmutig zu einem Kaffee-Nougat-Gelée zusammengekocht.

Auch wenn diese Zusammenstellung anfangs ein wenig eigentümlich anmutet und vielleicht beim ersten Probieren etwas “speziell” am Gaumen kitzelt, hat dieses Gelée inzwischen eine Riesenfangemeinde in meinem Dunstkreis.

Ganz besonders köstlich auf frischem, soften Brioche mit einer dünnen Unterlage aus Pflanzenbutter zum Frühstück.

(Und bei einer eventuellen Verspachtelung zum Abendbrot immer bedenken: It’s coffee inside! Es soll ja Menschen geben, die nach ausgiebigem Kaffeegelée-Brötchen-Genuß am Abend mit tellergroßen Augen im Bett gelegen haben und nicht einschlafen konnten. Munkelt man. Ähem….)

Zutaten:

850 ml starker Kaffee (falls man Instantkaffee verwendet: 7-8 TL auf 850 ml Wasser)
500 g Gelierzucker 2:1
1 Prise Salz
½ TL Zimt
100 g Nussnougat

Und so wird’s gemacht:

Das Nougat in den warmen Kaffee einrühren, bis es sich halbwegs aufgelöst hat. Dann Gelierzucker und Gewürze zugeben und alles zusammen in einem Topf unter Rühren aufkochen.

Ungefähr 5 Minuten leicht sprudelnd kochen lassen, sicherheitshalber eine Gelierprobe machen (ein paar Tropfen auf einen kalten Teller geben und schauen, ob es fest wird – falls nicht, noch 1-2 Minuten köcheln lassen), in saubere Gläser füllen und abkühlen lassen.

Die o.g. Menge füllt ca. 6 mittelgroße Gläser. Und viele glückliche Mägen.

(Bitte die Gläser nicht auf den Kopf stellen zum Abkühlen. Diese Herangehensweise wird zwar immer mal wieder in Kochbüchern empfohlen und hält sich als “Tipp” irgendwie ganz hartnäckig, hat aber keinen Vorteil – und sorgt nur dafür, dass sich evtl. vorhandener Weichmacher in den Deckeln löst und am Ende im Gelée landet.)


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Machmichgesund-Suppe mit Rote Bete und Sauerkraut

Wie man bereits HIER! [“How to be good” – Mutter Teresa in Ausbildung] in aller Schandbreite nachlesen kann, ist bei mir in Sachen uneigennützige Hilfsbereitschaft noch deutlich Luft nach oben – vor allem und im Besonderen, wenn dabei Essen mit im Spiel ist.

Als mir kürzlich eine sehr liebe Freundin schrieb, dass sie wohl abends nicht mit zur Gassirunde kommen kann, weil ihr eine garstige Erkältung im Nacken sitzt und sie zudem mitsamt Erkältung noch bis 20.00 Uhr arbeiten muss, kam mir der Gedanke an einen neuen Versuch in Sachen “Gutmenschigkeit”. Schwerstmotiviert durchforstete ich meine Vorratskammer, fand eine relativ frische Knolle Rote Bete und einige Kartoffeln, die durchaus noch brauch- und verkochbar waren. Ein Topf Sauerkraut wartete ohnehin im Kühlschrank auf seinen finalen Auftritt, und ein Möhrchen rief “Iss’ mich!” aus dem Gemüsefach. Daraus würde ich nun einen Topf kräftespendender und erkältungsvirenvernichtender Suppe kochen und meiner kranken Freundin vor die Tür stellen, damit sie nach Feierabend nur noch matt auf die Couch sinken und heiße Suppe löffeln darf. Hach. Ich Gute, ich. Rote Bete ist ja ein wahres Vitaminbömbchen und hat reichlich Vitamin C und auch B-Vitamine und Mineralstoffe im roten Sack, und auch Sauerkraut sollte eigentlich “Powerkraut” heißen. Aus diesem kongenialen Gemüseduo lässt sich trefflich ein wunderbar köstlicher Bäuchleinwärmer und Virenkiller köcheln.

Zutaten:

1 große Knolle Rote Bete (ca. 250 g, mit Schale gewogen)
1 große Kartoffel (ca. 150-200g, mit Schale gewogen – mehlig- oder vorwiegend festkochend
1 mittelgroße Möhre (ca. 100g, mit Schale gewogen)
1 kleine rote Zwiebel
2 EL Olivenöl
1 Sternanis, 1 Lorbeerblatt
500 ml Wasser
1 EL Gemüsebrühe
150 g Sauerkraut
1 EL Ahorn- oder Dattelsirup
1 EL gehackte frische Petersilie

– wer mag: 2-3 EL Pflanzensahne oder vegane Creme fraiche –

Und los geht’s!

Als Erstes wird alles, was an Gemüse für diese Suppe bereitliegt, am Schlafittchen gepackt und geschält. Die Möhren werden halbiert und in Scheiben geschnitten, das Restgemüse gewürfelt. Das Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Möhren darin andünsten, Wenn die Zwiebelchen eine leichte Bräunung angenommen habe, das Wasser aufgießen, die Gemüsebrühe einrühren, Sternanis und Lorbeerblatt zugeben und kurz aufköcheln lassen. Dann dürfen die Kartoffel- und Betewürfel ebenfalls ins die heiße Badewanne hopsen und alles wird in ca. 20  Minuten bissfest-weichgekocht.

An dieser Station dürfen nun Sternanis und Lorbeerblatt austeigen, dafür steigen das Sauerkraut (gerne vorher hacken, das erleichtert später das Suppelöffeln) und der Sirup zu. Alles gut verrühren und kurz köcheln lassen. Wer gerade ein wenig Sahne oder Creme fraiche griffbereit hat, kann davon etwas unterrühren, das macht eine hübschere Farbe und rundet alles noch leicht ab. Danach die Petersilie einrühren, in einem großen Topf füllen und der kranken Freundin bringen, erstmal den Löffel eintunken und probieren, begeistert “Aaaaah!” rufen und sich selbst eine große Schüssel der Suppe kredenzen.
Den Rest dann zur kranken Freundin bringen.
Man  muss es ja mit der Gutherzigkeit nicht gleich übertreiben.

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[mohrkochen] Karamellisierte Radieschen

Radieschen kann man nicht nur von unten betrachten oder roh knabbern, sondern auch ganz wunderbar braten und karamellisieren (was zumindest zum ersten Vorschlag definitiv die bessere Alternative ist.)
Karamellisierte Radieschen gehen schnell und einfach und bringen trotzdem Abwechslung in den sommerlichen Salat-Teller.

Zutaten
1 Bund Radieschen
3 L Olivenöl
1 EL Ahornsirup
Salz

(“Wie jetzt? Das war’s? Sonst nix?” Ja, manchmal darf’s auch einfach mal einfach sein…)

Und los geht’s!
Die Radieschen waschen, vierteln und im Olivenöl in einer beschichteten Pfanne brutzelbraun braten. Zum Schluß den Ahornsirup zugeben, kurz schwenken und karamellisieren lassen, salzen und – genießen.

Wenn das Wetter mal wieder üsseliger wird und einem die Lust auf frischen Salat vergehen lässt, schmecken die Radieschen auch als Gemüsebeilage, zum Beispiel zu Kartoffeln und Pflanzenfrikadellen.


Auf Wurzeln starren oder Blümchen anschieben?

Das englischsprachige Pendant zum deutschen “sich die Radieschen von unten betrachten,” (sprich: mausetot und begraben sein) ist übrigens “pushing the daisies” und bedeutet soviel wie “die Gänsenblümchen hochdrücken.” Dieses Prozedere klingt doch nach viel mehr Spaß als bloß auf blöde Wurzeln glotzen…


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