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[mohrbacken] Dominokuchen

Es ist ja immer wieder äußerst rührend, wenn mir jemand ganz begeistert eine tierfreie ‘Leckerei’ schenkt, die er ‘extra für mich’ aufgestöbert und besorgt hat. So auch eine Packung Dominosteine im letzten Jahr. Leider finde ich diese Dinger nur so mittel-lecker, auch wenn mich die Aufmerksamkeit natürlich sehr freut. Also habe ich die Dominosteine unauffällig in einem Kuchenteig versenkt und zum Adventskaffee serviert. Dann geht’s.

ZUTATEN

270 g Dinkelmehl Typ 630
100 g Rohrohrzucker
1 EL Speisestärke (10 g)
10 g Weinsteinbackpulver

250 ml Pflanzenmilch
75 ml geschmacksneutrales Öl

1 kleiner Apfel, möglichst eine feste, säuerliche Sorte (oder ‘ne Birne)
1 EL Kakao
1 TL Lebkuchengewürz *)
1 Packung Dominosteine
wer mag – Puderzucker oder Zartbitterkuvertüre zum Aufhübschen

*) Bitte nicht in Panik verfallen, wenn man gerade kein Lebkuchengewürz zur Hand hat – Spekulatius- oder Christstollengewürz tut genauso gute Dienste, oder einfach eine eigene Mischung aus Zimt, Kardamom und einem Hauch Muskat

SO GEHT’S IM TERRORMIX

Den Apfel vierteln (das Kerngehäuse kann man natürlich entfernen – Frau Faulpelz-Mohr lässt es aber drin. Wird eh zerhäckselt.) und in den Mixtopf geben. Danach zuerst die trockenen Zutaten zugeben, dann Sojamilch und Öl zugießen und 1,5 Minuten (1:30) im Teigmodus zu einem Teig verrühren…Quatsch! …natürlich verrühren LASSEN, wofür hat man denn sonst das teure Ding?

SO GEHT’S IM HANDBETRIEB

Den Apfel in eine Schüssel reiben,dann zuerst die trockenen Zutaten zugeben und kurz vermischen, danach die Pflanzenmilch zugeben und verquirlen, zum Schluß das Öl unterrühren.

UND SO GEHT’S WEITER

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.Eine 26 cm-Springform mit Folie auslegen, einfetten oder wie auch immer „anti-anbackig“ machen.

Die Hälfte des Teiges einfüllen, mit den Dominosteinen belegen und mit dem Rest Teigmasse bedecken (es dürfen ruhig noch ein paar Ecken oben rausgucken). Dann für ca. 50 Minuten in den Ofen schicken – wie immer ist die Stäbchenprobe Pflichtprogramm.

Wenn der Kuchen fertig ist, aus demOfen nehmen, auskühlen lassen und entweder mit Puderzucker bestäuben, mit Kuvertüre garnieren oder…einfach so lassen.

Insgesamt wird der Kuchen ein wenig „knätschig“ und nicht besonders fluffig.

Alternativ und außerhalb der Dominostein-Saison kann man die Dinger natürlich komplett weglassen oder irgendwelche anderen ungeliebten Süßigkeiten darin verstecken. Domino-Muffins sind natürlich auch ‘ne Alternative.


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[mohrbacken] Sirup-Frühstückskuchen

Wer die cellophanverpackten rechteckigen Frühstückskuchen aus dem Supermarkt mag, der wird auch ein Herz für dieses süßklebrige, würzige Backwerk haben. Konsistenz und Kruste sind zwar etwas anders als beim Industrie-Pendant, aber nicht minder lecker – und man weiß, was drin ist.

Beim Backen dachte ich mir ganz  kurz „Hey, der Kuchen ist ja sogar fettfrei!“ und war schon gewillt, das gute Stück in den gängigen Läufergruppen als „süßes Sportlerbrot“ anzupreisen – nur um den Kuchen dann nach kurzem Nachdenken und Blick auf die Zuckermenge fix wieder vom gesunden Vollwerkost-Pferd zu heben. Aber nun. Wir sind ja hier schließlich auch in der Weihnachtsbäckerei und nicht im Athleten-Camp.

Wer die Kandis-Knöpfchen aus dem letzten Rezept schon getestet hat, hat sicher noch ein paar Krümelkandis-Reste übrig, die hier den Sirupkuchen belagern dürfen. Alternativ tut’s aber auch schnöder Hagelzucker.

Zutaten:
150 g Zuckerrübensirup
100 g Rohrohrzucker
360 g Dinkelmehl Typ 630
10 g Weinsteinbackpulver

2 TL Gewürz (Gemisch aus Zimt, Kardamom, Koriander, Ingwer, Nelken…was man halt so gerade da hat)
1 Prise Salz
200 ml Hafermilch
2 TL Krümelkandis

Und los geht’s!
Backofen auf 160 Grad vorheizen, eine 25 cm Kastenform einfetten und mit Paniermehl oder gemahlenen Nüssen ausstreuen.

So geht’s im Thermomix:
Zuckerrübensirup und Zucker in den Mixtopf geben und 2 Min. bei 37 Grad auf Stufe 3,5 cremig rühren. Mehl, Backpulver, Gewürze und Milch zufügen 1,5 Minuten im Teigmodus zu einem Teig kneten.

So geht’s im Handbetrieb:
Mehl, Backpulver, Gewürze, Salz sieben, Zucker zufügen und miteinander vermischen. Mit einem Löffel die Milch und den Sirup unterziehen.

Und so geht’s weiter:
Den recht klebrig-zähen Teig in die Kastenform füllen, glattstreichen, mit dem Krümelkandis bestreuen und für ca. 60-70 Minuten in den Ofen schicken.

Ca. 30 Minuten in der Form auskühlen lassen, dann rausnehmen und auf einem Gitterrost komplett abkühlen lassen.

Am besten schmeckt der Kuchen, wenn man ihn mindestens 1 Tag in Papier oder Alufolie eingewickelt ruhen lässt, 2 Tage ist sogar noch besser. Ungeduldige Schleckermäuler können natürlich auch direkt losfuttern.

Von der Beschaffenheit ist das Backwerk irgendwo zwischen Kuchen und Brot angesiedelt und von ziemlich fester Konsistenz. Es taugt zum Frühstück mit Marmelade genauso gut wie pur als Verpflegung bei einer langen Winterwanderung.


Das Rezept zum Runterladen und Ausdrucken gibt’s im Mohrbrief. Also – registrieren! Kost’ nix!

[mohrbacken] Kandis-Knöpfchen

Advent, Advent, der Ofen brennt!
Da die lahmarschigen Götter mir trotz mehrfacher Aufforderung immer noch keinen 48-Stunden-Tag genehmigt haben, gibt es leider in diesem Jahr keinen Adventsmohr – aber ein paar Rezepte waren ja schon fertig und die sollen nicht in der Schublade vermodern. Darum gibt es heute Kandis-Knöpfchen für alle – und dafür heißen wir gleich eine neue Zutat in meinem Backprogramm willkommen:

„Hallo Krümelkandis!“

Die knusprigen Zuckerklümpchen kennt man vermutlich eher zum Süßen von Tee, aber hier geben sie den Plätzchen eine süße, krokantige Knuspernote.

Übrigens kannten die alten Araber Kandis bereits im 9. Jahrhundert und das süße Zeugs wurde von Augen-Ärzten als Heilmittel eingesetzt. In unseren Backwerken hat der Krümelkandis allerdings keine medizinische Funktion, seine Aufgabe ist „Leckersein!“

Und das erfüllt er mit Bravour. Knusper, knusper, Knäuschen…wir haben Kandis in unserem Häuschen…

Zutaten:

180 g Dinkelmehl Typ 630
20 g Speisestärke
100 g Zucker
180 g Margarine
2 EL Rum
½ TL Zimt
¼ TL Muskat
200 g gehackte Mandeln
150 g Krümelkandis

Zartbitterkuvertüre zum Anhübschen

So geht’s im Thermomix:

Mehl, Speisestärke, Zucker und Gewürze in den Mixtopf geben, Margarine in Stückchen dazugeben und alles 10 Sekunden auf Stufe 4 verrödeln. Dann Mandeln und Kandis dazu gesellen und alles nochmal 15 Sekunden auf Stufe 4 im Linkslauf zusammendängeln.

Den Teig ggf. nochmal kurz mit der Hand durchkneten, einfach weil sich die Kandisklümpchen so lustig und rauh anfühlen in der Hand.

So geht’s im Handbetrieb:

Mehl, Speisestärke, Zucker und Gewürze in eine Schüssel sieben, die Margarine in kleinen Flöckchen darüber verteilen und entweder mit dem Knethaken des Handmixers oder gleich stromlos mit den Händen zu einem Teig verkneten. Wenn die Masse anfängt, sich zu einem Teig zu verbinden, Mandeln und Kandis zugeben und gut unterkneten.

Und so geht’s danach weiter:

Teig zu einer Kugel oder Rollen formen und abgedeckt im Kühlschrank parken – mindestens über Nacht, gut und gerne auch länger.

Backofen auf 180°C vorheizen.

Aus dem Teig kleine Bällchen formen, aufs Blech setzen, für ca. 14-15 Minuten in den Ofen schicken und herausnehmen, wenn sie eine leichte Bräunung angenommen haben. Die Bällchen sollten nach dem Backen unbedingt eine Weile auf dem Blech abkühlen lassen, bevor man sie herunternimmt, frisch aus’m Ofen sind die Bällchen noch sehr bröselig und brauchen ’nen Moment, um einen  kühlen Kopf zu bekommen und über eine feste Bindung nachzudenken.

Wenn die Knöpfchen ausgekühlt sind, bekommen sie noch aus Zartbitterkuvertüre und dürfen nach in einer gut schließenden Blechdose schlummern und auf Weihnachten warten.