Heißer Erfrischungs-Tipp: Kaltgezogener Tee

Das mit dem Hirnkasten ist ja manchmal so ‘ne Sache – ich hätte schwören und mindestens Haus und Hof verwetten können, dass ich in meinem Blog schon mal über kalt gezogenen Tee geschrieben habe. Nachdem ich den Mohrblog nun aber bis zum allerhintersten Winkel durchsucht, dabei unzählige Wollmäuse aufgeschreckt und bloß eine alte Gürteltasche und ein kaputtes Sparschwein gefunden habe, musste ich nun vorerst zum Schluß kommen, dass mich mein Erinnerungsvermögen täuscht. Vielleicht hatte ich auch einfach nur geträumt, das Gebräu schriftlich präsentiert zu haben.

Auf der Suche nach dem Kaltgetränk

Eine treue (und vor allem ordentliche) Leserin, die alle bisherigen Newsletter säuberlich aufbewahrt, brachte mich endlich auf die Lösung – ich hatte in einem MOHRBRIEF über besagten Tee geschrieben, und zwar in der Ausgabe mit der Nr. 68 am 27.05.17. Also vor über einem Jahr. Na gut, am Ende war ich recht erleichtert, es mir dann doch nicht bloß eingebildet zu haben.

Aber weil der Tee viel zu lecker und vor allem viel zu unkompliziert ist, um ihn der Allgemeinheit vorzuenthalten, muss er nun endlich mal in den Blog, gerade an heißen und schweißtreibenden Tagen wie diesen.

Wie jetzt? Tee ohne heißes Wasser?

Otto Normalschlürfer brüht seinen Tee ja normalerweise mit heißem Wasser auf, lässt ihn ziehen und genießt ihn dann als dampfendes Heißgetränk, am besten in muckelige Wolldecken gewickelt auf der gemütlichen Couch. Wenn die Sonne glühend vom Firmament pratzelt, lässt man seinen heiß aufgebrühten Tee dann schon mal abkühlen und wirft ein paar Eiswürfel rein, um sich zu erfrischen.

Man kann seinen Tee aber auch gleich mit kaltem Wasser aufgießen und ziehen lassen – das dauert zwar etwas länger, spart aber Energie und die Aromen entfalten sich je nach Sorte noch intensiver durch die lange Zieh-Zeit. Da sich dadurch vermutlich auch sämtliche Pestizide besser entfalten können, bevorzuge ich die Bio-Variante der Teebeutelchen. Selbstverständlich kann man auch losen Tee oder Teeblätter kalt ziehen lassen.

Kaltgezogener Pfefferminztee

Ich selbst mag am liebsten die minzige Variante des kaltgezogenen Gebräus. Morgen befülle ich dazu zwei leere Glasflaschen (750 ml) mit je 1 Beutel Bio-Pfefferminztee und kaltem Wasser, parke die Pullen im Kühlschrank und habe ab Mittag einen leckeren, erfrischenden, kalten Aufguß. Das Ganze schmeckt auch prima mit Apfel- oder anderem Früchtetee. Es soll sogar Leute geben, die Grün- oder Schwarztee kalt aufsetzen, aber das schmeckt mir nicht so. Aber da ist wie überall “jeder Jäck anders” und der Geschmack verschieden.


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[mohrkochen] Basilikum-Zitronenbutter

In der vergangenen Woche hat mir ein netter Fahrer meine allererste “Ökokiste” vom nahegelegenen Getrudenhof geliefert. Naja..um der Wahrheit Genüge zu tun: In Wirklichkeit habe ich den armen Mann hüpfend und kreischend im Hof erwartet und habe ihm die leckere Box beinahe aus den Händen jeroppt (rheinl. für “gerissen”) vor lauter Vorfreude. Aber er trug’s mit Fassung, und kommt hoffentlich trotzdem in dieser Woche wieder, um mir eine neue Box zu bringen.

(Diese Ökokiste ist übrigens ein toller Tipp für all’ meine Homies aus dem Neuwieder Umland. Man kann aus verschiedenen “Modellen” und Größen wählen, bekommt dann ein paar Tage vor Auslieferung einen Lieferschein mit dem zu erwartenden Inhalt und kann dann nach Herzenslust online aussortieren, was man nicht mag. Oder anderes Obst und Gemüse bequem ‘mit’m faulen Hintern auffe Couch’ dazubuchen. Und dann bekommt man an einem festen Tag der Woche sein frisch gepacktes Fresspaket bequem nach Hause geliefert.)

Neben anderem leckeren Gewächs fand sich in der Kiste fangfrisches Basilikum, von dem ich mir die ersten Blätter gleich pur in die Futterluke gestopft habe. Ein paar weitere Blätter durften in Streifen geschnitten über meine Linsenbolognese rieseln und der Rest…hmm…was mach’ ich mit dem Rest? Pesto ist zwar immer eine nette Idee, aber irgendwie stand mir der Sinn nach etwas Frischerem…Fruchtigerem….irgendwas mit Zitrone vielleicht? Also wurde fix Herr Google um Rat gefragt und sprach mir

Basilikum-Zitronenbutter

als Empfehlung aus. Und weil ich zufällig alle Zutraten im Haus hatte und “Salziges” mit Zitrone ohnehin sehr gerne mag, wurde auch gleich drauflosgemanscht.

 

 

Zutaten
150 g pflanzl. Butter nach Gusto (ich mag am liebsten Alsan-Biomargarine als Ersatz für kuhmilchhaltige Butter)
1 Bio-Zitrone
1 gute Handvoll Basilikum
1/2 TL Salz

Zuallererst wird die Zitrone nackig gemacht, dazu mit einem Sparschäler (oder einem speziellen “Zestenreißer”), die äußere Schale vorsichtig abfitzeln. Dabei nicht zuviel Druck ausüben, damit die weiße bittere Haut nicht mitabgeschält wird – wir brauchen (und mögen) nur das gelbe “Obergewand”. Dann wird das nackte Zitrönchen ausgepresst, wir brauchen 2 EL Saft für die Butter – wenn die Zitrone ergieber ist,  könnte man aus dem Rest des Saftes eine erfrischende Limonade machen.

Natürlich kann man die Butter hernach mit dem Terrormix zusammenrödeln – ich würde mal vermuten, dass man Zitronenschale und Basilikum in den Mixtopf werfen und das Ganze ungefähr 8 Sekunden auf Stufe 8 zerkleinern sollte. Danach käme die Margarine in Stücken, Zitronensaft und das Salz dazu und alles würde nochmal vielleicht 10 oder gar 20 Sekunden auf Stufe 5 vermischt, vermutlich mit Hilfe des Spatels.

Ich selbst habe aber Schale und Kräuter einfach bloß in den Zerkleinerer meines Stabmixers geworfen, weil der eh gerade mit blödem Gesicht auf der Arbeitsplatte herumstand. Das Ganze wurde einmal kräftig durchgerödelt, Margarine , Saft und Salz zugegeben und solange gemixt, bis alles gut zu einer halbwegs homogenen (ich mag’s lieber ein bisschen stückig) Creme verrührt war.

Die Butter kann man prima in Eiswürfelformen aus Silikon füllen und im Kühlschrank parken, dann hat man immer genau “eine Portion” griffbereit. Diese “eine Portion” kann man beispielsweise über dampfende Pasta geben und hat ruckzuck ein schlichtes, aromatisches Nudelgericht auf dem Teller. Auch zu Pellkartoffeln macht sich das Bütterchen sehr köstlich, und selbstverständlich ist es auch eine gute Begleiterin beim Grillen oder einfach “auffe Stulle jeschmiert”.

Und wer sich darüber echauffiert, dass das gute Zeug “Butter” heißt, obwohl doch nun überhaupt kein tierisches Streichfett enthalten ist und überhaupt diese ganzen veganen Begrifflichkeiten mal mindestens den Untergang der jetzigen Welt zur Folge haben werden, der…bekommt den Mund mit Tomatenbutter gestopft.
Auch ohne Tier.
Auch köstlich.


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