[mohrmiezen] Weg mit der Zeck!

Dieser Text ist schon etwas älter…ca. 4 Jahre alt, um genau zu sein. Der Grund, warum er bisher in der virtuellen Schublade lag? Naja. Aus Gründen. Von wegen “mit Ruhm bekleckern” und so….


Auch nach knapp 1,5 Jahren unter vierpfötiger Regenschaft bin ich in Sachen “Miezen-Ersthelferin” unverändert eine totale Nulpe. Alleine der Gedanke an regelmässige Tablettengaben unter kätzischer Gegenwehr, Zahnkontrollen, Salben- und Tinkturverabreichung oder gar Spritzen löst bei mir Alptraume und Schweißausbrüche aus. Zum Glück scheint sich die Miezenschaft meiner Unfähigkeit bewußt zu sein und erfreut sich – ob aus Rücksicht auf meine hysterische Tolpatschigkeit oder aus purem Selbstschutz – einer weitestgehenden Verletzungsfreiheit und robuster Gesundheit.

Miezenkrankenschwesterfähigkeiten? Sechs, setzen!

Vor einem Jahr war wohl eines der Opfer meiner Killermarie allzu wehrhaft und verpasste ihr einen zugeschwollenen Sehschlitz im Rocky-Balboa-Look. Mein unbeholfener Versuch, der scheuen Katzendame Augentropfen zu verabreichen, endete in hysterischem Kreischen und Kratzen miezenseits, Blut-und-Wasser-Schwitzen meinerseits und einem kleinen Augentropfen-See auf dem Küchenboden. Nachdem es mir über die Dauer von 2 Tagen nicht gelungen war, auch nur ein allerkleinstes Tröpfchen des Heilmittels auch nur ansatzweise in die Nähe des betroffenen Auges zu träufeln, hat sich Frollein Fritzi dann wohl entschlossen, lieber ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren und das entzündete Guckerchen von ganz alleine wieder gesunden zu lassen.

Oh Schreck! ‘ne Zeck! im Katerwanst….

Danach war zum Glück eine Weile Ruhe an der Miezpatienten-Front, bis zu jenem Abend, an dem ich beim Bauchkraulen meines Katers zu meinem schieren Entsetzen eine Zecke im Wampenfleisch erfühlte. Zu Hülf! Dieses widerwärtige Parasiten-Kroppzeug gruselt mich ja schon in Grund und Boden, wenn es sich nur an mir selbst festgebissen hat. Und jetzt hatte so ein fieses Viech ausgerechnet bei Herrn Tiger angedockt und ich..ich…ICH! wäre dann jetzt wohl dafür verantwortlich, den Blutsauger schonend und ordnungsgemäß zu entsorgen.
Schöner Scheiß.
Sowas sagt einem ja vorher auch keiner, wenn man mit rosaflimmernden Herzchen in den Augen seinen “Mohr” unter den Schutzvertrag bei der Katzenhilfe setzt.

Während sich Herr Tiger wie üblich bestens gelaunt vor lauter Begeisterung über das Leben als solches auf der Couch hin- und herkugelte, ratterte mein Gedankenkarussell höchstpanisch auf Hochtouren. Wie bekomme ich nun das Ekel-Insekt möglichst flott aus dem Tigerwanst, ohne meinem Wulle-Wulle-Käterchen-Schatz furchtbar wehzutun oder gar den Zeckenkopf abzureißen und damit um!-ge!-hend todbringende Entzündungen zu verursachen.
Von einer zu diesem Zweck eigens fabrizierten Zeckenzange hatte ich mal gelesen – aber mangels Notwendigkeit so gar keine Ahnung, wie man das Dingens nun am – zum Glück noch! lebenden – Objekt einsetzt. Bei meinen bislang dankenswerterweise sehr seltenen Kontakten mit Zecken am eigenen Leib habe ich die ungebetenen Gäste immer unter lauthalsigem “Iiiigitt!-Geschrei!” ziemlich unfachfräulich mit einer Pinzette herausgezupft und hinterher ungefähr eine halbe Flasche Desinfektionsmittel über das winzige rote Pünktchen gekippt, dass die Zeckenzähne in meiner Epidermis hinterlassen hatten.
Das sollte ja auch beim Katzenmann funktionieren – Haut iss’ schliesslich Haut.
Schwitzend suchte ich mit zitternden Fingern erneut nach der genauen Position des Parasiten und kramte mit der anderen Hand nach der Pinzette in der Krempelschublade. Herr Tiger schnurrte währenddessen unbekümmert vor sich hin.

Eine Zecke kommt selten allein…..

Die tastende Feststellung, dass sich nicht nur eine, sondern gleich ZWEI Zecken am Katerwanst festgebissen hatten, trieb mir dann vollends den Schweiß auf die Stirn. Zur Komplettierung meiner panikösen Kopflosigkeit fand sich sogar noch ein DRITTER Knubbel unter meinen Fingerkuppen.
Selbst wenn es mir wider Erwarten gelingen sollte, den ersten dieser Parasiten schnell und schonend aus dem Katerfleisch zu zupfen, würde selbst mein überaus duldsamer Herr Tiger mir doch niii-hiiiemals erlauben, danach noch zwei weitere Male unbeholfen an seinem Kugelbauch herumzupopeln.

Ich überlegte kurz, einfach so zu tun, als hätte ich nix von den ungebetenen Insektengästen im Katerfell bemerkt. Irgendwann würden die Biester schon von selbst abfallen, wenn sie sich am köstlichen Tigerblut dick und rund gesoffen hätten. Aber dassja irgendwie auch eklisch. Ratlos und hilfesuchend schweifte mein Blick zwischen der Pinzette und dem sich fröhlich räkelnden Katzenmann hin und her.

Als ich dann noch eine vierte Zecke an der Katerplautze ertastete, wurde ich allerdings trotz meiner konfusen Denkunfähigkeit stutzig. Könnte es nicht sein, dass…also bisher hatte ich ja nie explizit drüber nachgedacht, aber eigentlich müssten Kater doch auch…oder nicht? Weil, Männer haben ja schließlich auch….
Schnell rief ich Herrn Google zu Hilfe – und jener konnte mich dann Gottseidank quasi im letzten Augenblick davon abhalten, meinem armen Kater seine Zitzen mittels einer Haushaltspinzette auszurupfen.

Ich sag’s ja.
In Sachen “Miezen-Ersthelfer” bin ich ‘ne totale Nulpe. Und in “Miezen-Anatomie” wohl auch.


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Ein Knuspermüsli für alle Fälle!

Der heutige Rezeptartikel beginnt gleich mit ‘nem Geständnis: Ich habe mitunter ziemlich doofe und ungesunde Essgewohnheiten, denn unter Stress und Druck esse ich entweder gar nix oder nur Schrott. Vor etwas mehr als einer Woche ist mein Hundetierchen wieder ziemlich schwer erkrankt, und Sorge, Angst und Hilflosigkeit hatten mich ziemlich fest im Schwitzkasten. Irgendwann, nach ein paar schlaflosen Nächten und hektischen Tagen, fiel mir abends auf, dass ich den ganzen Tag noch nix gegessen und mir gerade mal 2 Tassen Kaffee in den Flüssigkeitshaushalt gegossen hatte. Da musste ich mich dann wohl über meine zittrigen Fingerchen, die Kopfschmerzen und die Übelkeit nicht weiter wundern. Am Vortag hatte ich bloß gegen Mittag eine Tüte Chips im Stehen/Rennen eingeschmissen…auch nicht gerade das beste Öl, um den Motor am Laufen zu halten.
Das ist alles in allem schon ziemlich blöde, denn gerade in stressigen Zeiten braucht der Körper natürlich besonders “gute” Energie, und das Nervenkostümchen muss mit Mineralstoffen wie Magnesium & Co. bei Laune gehalten werden.
Gut ist dann, wenn man zumindest schon mal ein leckeres “Grundfrühstück” griffbereit hat – und deswegen habe ich mir auch gleich eine neue Fuhre Knuspermüsli in den Ofen geschmissen.
Zwar ist das Tierchen nun wieder gesund (puh!) und mein Gesamtzustand stabiler, aber erfahrungsgemäß lassen schwierige Zeiten ja leider selten allzu lange auf sich warten. Aber von mir aus sollen’se kommen – ich bin gewappnet. Und gefüttert! So, nämlich!

Zutaten

100 g Erdnussmus
80 g Kokosöl
100 g Apfeldicksaft
200 g Haferflocken (ich mag am liebsten die kernigen, aber letztlich geht alles an Flocken, was gerade griffbereit ist)
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Sesam
40 g Leinsamen, geschrotet

Zubereitung im Terrormix

Erdnussmus und Kokosöl in den Mixtopf geben und 3 Minuten bei 40 Grad auf Stufe 1,5 verrühren. Alle weiteren Zutaten in den Topf schubsen und 1 Minuten auf Stufe 2 mit Linkslauf vermischen.

Zubereitung im Kochpott

Erdnussmus und Kokosöl in einen Topf geben und unter Rühren auf kleiner Flamme flüssig werden lassen. Alle weiteren Zutaten in den Topf schubsen und gründlich mit einem großen Löffel vermischen.

Und dann – ab in den Ofen!

Eigentlich käme jetzt der Arbeitsschritt “Backofen auf 180 Grad vorheizen”…aber da das Müsli ja nur maximal 15 Minuten backen muss, fände ich es schon ziemlich energieverschwenderisch, dafür extra den Ofen anzuwerfen. Ich backe das Müsli ausschließlich im Anschluß an andere Backwerke (wie z.B. das saftig-fruchtige “Wanderbrot mit Äpfeln und Beeren”).

Also…da wir ja keine stromverschleudernden Umweltwutzis sind und der Ofen also schon heiß ist, wird die körnige Masse nun einfach auf ein Backblech gestrichen, ein bisschen angedrückt und ca. 15 Minuten braun gebacken. Danach auskühlen lassen, in Stücke bröseln und in einem großen Glas zur Aufbewahrung parken.

Und wenn man sich nun für ein Frühstück ca. 50 g Müsli mit etwas Joghurt und/oder Milch und beispielsweise 100 g Blaubeeren vermixt, hat man nicht nur lecker gegessen, sondern mit ca. 350 kcal schon eine gute Energie-Basis für den Tag im Wanst. Magnesium und B-Vitamine tröten dazu noch “Nervenstärke ahoi”, Eisen und Zink sind auch an Bord – und die Aminosäure “Tryptopan” sitzt auch noch in einer der vorderen Reihen. Sie ist der Baustein für die Ausschüttung des Glückshormons “Serotonin”. Je mehr man davon futtert, umso höher ist der Serotoninspiegel und desto besser die Stimmung.
Und dann kann man sich wieder beherzt den Stürmen des Alltags entgegenstellen.

Immerhin ist was im Magen.

Selbstredend kann man auch alternativ andere Flocken und Saaten (Hanfsamen, Kürbiskerne, Chia etc.) oder auch mal gehackte Nüsse ins Knuspermüsli mischen. Erlaubt ist…was im Schrank rumsteht und schmeckt.

Immer noch nicht satt?! Dann schau’ doch in den MOHRTOPF – das ist für jeden Hunger was dabei. Vegan und ohne Gedöns!


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Traumpfädchen Minimoselträumchen – 3,4 km sind manchmal genau richtig

“Wenn ein Plan nicht funktioniert,
dann ändere den Plan!”

Eigentlich war für diesen heutigen Sonnen- und Geburtstag eine schick-charmante und mittellange Wanderung im Wiedtal mit Herzmann und Hundetier angedacht. Nun ist aber das Hundetier in der letzten Woche nochmal kurz, aber ziemlich heftig vom Fiebermonster malträtiert worden und befindet sich derzeit noch in Rekonvaleszenz *)
Zumindest so’n bisschen.

Aber alleine die Tatsache, dass mein Heiditier überhaupt wieder fröhlich mit spazieren gehen kann, ist mir Geschenk und Wunder genug, und so will ich weder meckern noch hadern. Zum Glück gibt es ja genug Ministrecken in der Region, die wir noch nicht belatscht haben und die eine erbauliche Alternative zur mehrstündigen Wanderung darstellen.

Wo ich schon seinerzeit über das Traumpfädchen “Sayner Aussicht” mit seinen schlappen 7 Kilometerchen geschmunzelt habe, hat mir der “Moseltraum” mit gerade mal 3,4 km nur ein arrogantes Grinsen entlockt. Noch nicht mal 4 km – das kann man ja in Partoffeln spazierengehen, das hüpft man ja auf einem Bein ab.

Tja, Streckenhochmut kommt vor dem Fieberfall – heute bin ich dankbar für dieses Miniründchen. So kommen wir doch noch zu unserem Wanderfeeling auf unbekanntem Terrain. Der Startparkplatz ist fix gefunden und wegen “Unner-der-Woch!” auch menschen- und autoleer.
Und los geht das!

Wir schlendern gemächlich über idyllische Feldwege, glotzen hier und da hinter hohe Zäune , bewundern mehr oder weniger lauschige Hütte und genießen die Aussicht auf das malerische Winnigen. Das Tier ist bester Laune und prüft sogleich die örtlichen Nagetierfäkalien auf ihre Wälztauglichkeit.
Läuft.
In jeder Hinsicht.

Einzig ein Wermutstropfen trübt die Freude an der Natur: Der Winninger an sich scheint seinen Bauschutt, Plastikmüll und sonstiges Schrott- und Plastikgedöns scheinbar bevorzugt in den regionalen Wäldchen zu entsorgen. Die Mülldichte im Unterholz ist wirklich bemerkenswert und traurig – kaum ein Blick zwischen bemooste Äste und Bodengestrüpp, der nicht an Autoreifen oder leeren Farbdosen hängenbleibt. Schade, schade, schade. Für eine #Cleanyourtrails-Aktion müsste man hier wohl mit mehreren Anhängern vorfahren, ‘ne simple Mülltüte reicht hier nicht mehr aus.

Aber davon abgesehen ist der Miniweg wirklich schick und erstaunlich abwechslungsreich. Man stapft über Feldwege und Forstautobahnen, kraxelt Serpentinen und schmale Treppchen in den Weinbergen hinab, marschiert an Schrebergärten und kleinen Wäldchen vorbei.

Und wenn die Strecke so kurz ist, kann man sich nun wirklich jede Zeit der Welt lassen – und so kommen wir erst nach fast 1,5 Stunden wieder am Auto an. Tier und Mann sind zufrieden – und ich bin ganz schön dankbar. Für alles.
Happy birthday to me.
Was Schöneres als ein gesundes Tier und ‘nen wanderfreudigen Kerl hätte ich mir für heute nicht wünschen können.

Der Rest kommt dann von selbst.

*) im Gegensatz zu den letzten beiden Erkrankungen, die im ersten Jahr zu ‘ner Endokarditis und daraus resultierenden Herzfehler und im zweiten Jahr zu einer OP und ‘nem Verlust eines Lymphknotens geführt haben, ist es uns diesmal aber gelungen, endlich jemanden zu finden, der ihr (hoffentlich) nicht nur akut, sondern auch nachhaltig helfen konnte und kann – und inzwischen geht es ihr wieder gut, ohne dass weitere Antibiotika, Fiebersenker, Cortison oder gar das Skalpell zum Einsatz kommen mussten. Und die tolle Ärztin, die die Lösung für Heidis Fieberproblem gefunden hat, empfehle ich gerne per Mail weiter 😉 schreibt mir einfach. Wie gesagt: Wenn ein Plan nicht funktioniert – dann ändere den Plan. Und wenn die Schulmedizin nicht weiterkommt, kann es nie schaden, mal den Blickwinkel zu ändern. In unserem Fall war’s die Rettung. Ob nun “für immer” oder nur für den Moment, wird sich zeigen. Quiting is not an option. 
Nämlich.


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