Springkraut-Gelée – Blümchen fürs Brötchen

Wer gerne an plätschernden Bächlein vorbei durch den kühlen Forst schlendert, dem wird entlang des Ufer vermutlich schon mal ein hohes Staudengewächs mit filigranen, pinken Blüten aufgefallen sein, um die sich meistens geschäftige Bienenschwärme tummeln. Dieses “Indische Springkraut” ist im gleichen Maße hübsch wie auch unbeliebt, denn es handelt sich um eine invasive Pflanze (Neophyt), die aus dem Himalaya eingeschleppt wurde, sich bei uns seit Längerem ausbreitet wie ‘ne wilde Wutz und heimische Pflanzenarten wie z.B. die Brennessel verdrängt.

Nachdem ich nun gelesen habe, dass Blüten und Samen dieses pinken Blümchens essbar und sogar ziemlich lecker sind, habe ich meinerseits dem wuchernden Einwanderer den Kampf angesagt – “Ausrotten durch Auffressen” *) ist eine Praxis, die meinem stets hungrigen Naturell doch sehr entgegenkommt.

*) Auch wenn “ambitioniertes Blütenfuttern” realistisch betrachtet eher wenig gegen die pinke Invasion hilft, denn das Springkraut sollte bereits vor der Blüte ausgerupft werden, um eine Ausbreitung einzudämmen.
Aber nun.
Irgendwas ist ja immer.

Pinkes Springkraut-Gelée – Blümchen fürs Brötchen

Ganz besonders köstlich schmecken die Springkrautblüten als aromatisch-blumiges Gelée auf einem soften Frühstücksbrötchen. Der Geschmack ist süßlich-herb, blumig und wirklich mal “watt janz Anderes”. Bisher war jeder Testmampfer begeistert – aber niemand konnte bisher erraten, woraus genau dieser pastellige Brotaufstrich fabriziert wurde.

Und so wird’s gemacht!

Man benötigt ca. 5 Hände voll (bzw. ca. 60-70 g) Springkrautblüten – am besten nur die dunkleren, violetten Blüten sammeln, die sind aromatischer als die hellrosafarbenen. Das Ganze dann mit 1 Liter Wasser übergießen *), eine Bio-Zitrone in Scheiben, 3 Nelken und einen Stängel Minze zugeben und die Blütensuppe an einem kühlen Ort abgedeckt 24 Stunden ziehen lassen. Danach wird der blumige Eintopf kurz aufgekocht (die Blüten werden dann ganz blass und das Wasser pink), durch ein Sieb gegossen und 750 ml der inzwischen hübschrosafarbenen Suppe in einem Topf mit 500 g Gelierzucker 2:1 verrührt.

Das Ganze nun unter Rühren aufkochen, ca. 3-4 Minuten kochen lassen (nun am besten eine Gelierprobe machen…dazu ein paar Tröpfchen des ‘Gelées in spe’ auf einen Teller geben und schauen, ob es schon fest wird. Falls ja, dann isses feddisch) und in Gläser abfüllen.

*) Am besten zuerst mit dem Wasser das Gefäß ausspülen, in dem man die gesammelten Blüten transportiert hat – da hängt nämlich meist noch ein bisschen was von dem aromatischen Nektar drin, und wir wollen ja nix verkommen lassen.


Süßer Geschenk-Gruß von Herrn Sommer

Wenn man nun ein besonders guter Mensch ist, kann man das gute süße Zeugs auch in kleine Gläschen abfüllen und im Winter an frierende Mitmenschen verschenken.

Da sich das Gelée eine ganze Weile hält, kann man heute auch durchaus schon mal an Weihnachten denken. Das kommt ja immer so überraschend.


Und zum Brötchen noch’n Gläschen Limo!

Wenn man nun 1 Liter Blümchensuppe ansetzt und nur 750 ml zu Gelee verkocht, bleibt nach Adam Riese ein Rest von ca. 250 ml…den kann man hervorragend mit einem Süßmittel nach Wahl süßen (Agaven- oder Apfeldicksaft, oder ganz schnöder Zucker), mit Mineralwasser aufgießen und als rosa sprudelnde Blüten-Limo genießen. Wenn man nun gerade keinen Limo-Bedarf hat, kann man das Zeugs auch einfrieren.

Übrigens sind auch die Samen des Springkraut essbar, schmecken leicht nussig und taugen prima als Topping fürs Frühstücksmüsli. Aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll.
Nämlich.

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Zurridge – alias “Zucchini-Porridge”

Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen, es hat „Zucchinisaison“ geschlagen.
Vermutlich können sich die meisten Hobbygärtner wieder über eine reiche Ausbeute freuen, denn das grüne Kürbisgewächs ist recht anspruchslos und gedeiht auch in heimischen Beeten sehr gut. Wer keinen eigenen Garten hat, geht halt im Hofladen oder Supermarkt auf Zucchinijagd. Die Beute lässt sich ganz wunderbar zu Aufläufen, Gemüsepfannen oder Rohkostsalat verbrutzeln und -raspeln – oder einfach mal zum Frühstück verspachteln.

Ähm…wie war das…”zum Frühstück”?

Zucchini im Porridge klingt erstmal eigentümlich, ist aber lecker und ein bekömmlicher, gesunder Start in den Tag. Mit ein wenig Obst und Nüssen ist das „Zurridge“ bestimmt auch eine gute Möglichkeit, um Gemüsemuffeln ein wenig Grünzeug unterzujubeln.

Zucchini wirken entwässernd und enthalten u.a. Kalzium, Eisen, Vitamin A und C . Die Getreideflocken liefern Kohlenhydrate zum Muntermachen und bringen noch B-Vitamine und Zink ins Frühstücksschüsselchen.

Zutaten

250 ml Pflanzenmilch nach Wahl (bei mir ist es meistens Mandelmilch)
70 g Dinkelflocken, zart
1-2 EL Apfeldicksaft *)
100-120 g Zucchini

Obst oder Nüsse nach Gusto

*) wegen dem “Think-global-buy-local”-Dings. Wer keinen Apfeldicksaft findet, kann natürlich auch die Verwandschaft aus dem Ausland mit Namen “Ahornsirup” oder “Agavendicksaft” verwenden.)

Und wer skeptisch angesichts des Gemüsezeugs im süßen Frühstück ist, kann erstmal mit 100 g Zucchini anfangen. Wenn’s schmeckt, kann man lockerflockig beim nächsten Mal auf 120 g aufstocken.

Zubereitung im Terrormix

Zucchini in Stücken in den Terrormix geben, 3-4 Sekunden auf Stufe 5 zerraspeln und umfüllen (oder – wenn man so faul ist wie ich – gleich drinlassen und mit Milch und Flocken köcheln lassen. Dann wird es ingesamt zwar ein wenig “matschiger”, aber man hat ca. 5 Sekunden Lebenszeit und 1x Schüssel-Spülen gespart.)

Danach die Milch, Flocken und Apfeldicksaft in den Mixtopf schubsen, 8 Minuten / 90°C / Stufe 0,5 mit Linkslauf blubbern lassen, Zucchini zugeben und nochmal ca. 4 Minuten weiterkochen.


Zubereitung im Kochpott

Pflanzenmilch in einem Topf zum Kochen bringen, die Flocken einrühren und (unter Rühren) kurz durchblubbern lassen. Die Zucchini fein raspeln und in den Flockenbrei einrühren. Ahornsirup zugeben und das Ganze noch ca. 3-4 Minuten leicht köcheln lassen.

Und weiter?

Frisches Obst ist ein prima Begleiter zum Zurridge und vor allem Vitamin-C-reiche Früchtchen wie Erd- oder Himbeeren verbessern die Eisenaufnahme – und schmecken. Selbstredend.

Besonders hungrige Frühstücker können die o.g. Menge durchaus komplett in einem Rutsch auffuttern – man kann die Menge aber auch auf 2 Portionen aufteilen. Am Folgetag schmeckts prima, wenn man 1 oder 2 EL Joghurt unterrührt.


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“Schüttelgurken” – Kühler Ratzfatz-Snack für heiße Tage

Grundsätzlich gehöre ich ja eher zu den Menschen, die immer und zu jeder Tageszeit alles essen können, und ich habe nie ein Problem damit gehabt, glühend heiße fetttriefende Pizza in der prallen Sonne zu verspachteln. Allerdings machen mich die Temperaturen ingesamt so träge und schlapp, dass ich schlichtweg zu faul wäre, mir besagte Pizza überhaupt erstmal zuzubereiten. Umso lieber mag ich schnelle Ratzfatzgerichte wie diese schlichten Gurken, die sich in Windeseile vorbereiten und auch länger im Kühlschrank parken lassen.

Zutaten

1 große Bio-Salatgurke
2 TL Senf
2 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
1 TL Agavendicksaft (oder ein Süßmittel nach Wahl)
1 TL gehackte TK-Petersilie (oder frisch)
Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack

Und so wird’s gemacht!

Die Gurke in Würfel schneiden, in ein Gefäß geben, alle anderen Zutaten zugeben, leicht durchschütteln, Deckel druff und ab innen Kühlschrank.
Fertig.

(Man muss hier übrigens keinen auf Barkeeper machen und die Gurken mit voller Inbrunst shaken, bis die Oberarme schlackern. Ein kurzes Durchrütteln reicht. Eben so, dass sich alle Zutaten so halbwegs vermischen. )

Wer mag, kann natürlich noch andere Gewürze oder Dill statt Petersilie zugeben.

Die Gurken halten sich im Kühlschrank theoretisch ein paar Tage (immer mal zwischendurch rütteln, damit nix austrocknet) – werden bei mir aber immer innerhalb eines Tages weggefuttert. Man kann die Gürkchen wunderbar mit allem mischen, was gerade so im Kühlschrank herumdümpelt…gekochte Kartoffeln oder Nudeln vom Vortag, Tomaten, Rote-Bete-Würfel, Kichererbsen, gebratene Tofuwürfeln oder ein Rest Veggie-Filet…alles passt, alles schmeckt und man ist immer ratzfatz abgefüttert und zufrieden.


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