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Vegan Kochen ohne Gedöns – weil’s halt auch einfach geht!

“Veganes Essen ist ja immer so furchtbar kompliziert und teuer. Das wär’ nix für mich”.

Auch wenn ich diese (leider immer noch oft zu hörende) Einschätzung absolut nicht teilen kann, kann ich mitunter dennoch verstehen, wie man als “eher so mittel”-interessierter Beobachter der pflanzlichen Küche zu dieser Schlußfolgerung kommen kann. In vielen Blogs und Kochbüchern wird man erschlagen von einer Flut an Zutaten, die zum einen den Geldbeutel im Nullkommanix zum Explodieren bringen und bei denen man oft erstmal recherchieren muss, was das überhaupt ist und wo man es auftreiben könnte, bevor man den veganen Kochlöffel schwingen kann.

jackfruit, Kalechips und Gojibeeren…Goji-WATT?!

Da winkt so ein exotischer Kram wie Gojibeeren, Amaranthpops, weißes Mandelmus, Jackfruit und Hanfsamen in seitenlangen Zutatenlisten. Und wer dann noch nicht pleite ist, kann seinen Wakame-Algensalat oder die Kelpnudeln noch beherzt mit ein paar “Bio-Kale-Chips in Rohkostqualität” toppen. Abgerundet wird dieses Zutatenkarussell dann noch durch eine inzwischen mächtig große Vielzahl an pflanzlichen Würsten, Steaks und Käse.

Wenn man sich das alles mal von außen betrachtet, könnte man durchaus erstmal zu der Einschätzung kommen, veganes Essen können sich nur “Leute mit zuviel Zeit und Geld” leisten – vor allem, wenn man der Pflanzenkost gegenüber ohnehin eher spöttisch eingestellt ist, diese “ganze neue Mode” ohnehin einfach doof finden und die ganzen “naiven Veganer” belächeln will. Natürlich gibt es inzwischen zahlreiche wirklich tolle Rezepte-Blogs und Kochbücher, die dem geneigten Esser kreative, aber einfache und oft auch preiswerte Gerichte auf den Teller zaubern können – aber wer nicht wirklich interessiert ist, sondern bloß um jeden Preis  kritisieren möchte, hängt sich natürlich immer wieder gerne am überteuerten Superfood-Hype auf, der scheinbar der veganen Küche vorbehalten sein soll.

“Vegan” könnte so einfach sein….

Aber selbstredend geht es auch anders, und zwar sehr gut und einfach. Es gibt nicht wenige klassische Gerichte, die ohnehin “von Haus aus” ohne tierische Zutaten auskommen, wie z.B. Ratatouille, Gazpacho, Spaghetti alio olio, Falafel, Hummus, viele asiatische Gemüsegerichte und Currys.

Selbstredend kann und darf man sich täglich durch die komplette Palette der “veganen Superfoods” futtern wenn man möchte (und viele dieser Produkte schmecken auch mir ganz schön gut, so isses ja nicht) aber letztlich bevorzuge ich doch immer mehr einfache, schnelle Gerichte ohne Gedöns *) mit sparsamen Zuatenlisten, die man im örtlichen Hofladen oder dem Wochenmarkt ergattern kann. Linsen, Bohnen, Kartoffeln, Nüsse, Gemüsesorten und Obst (gerne regional und saisonal) Nudeln, Graupen, Reis, Haferflocken…all das ist eben AUCH “vegane Küche” und alles andere als teuer und kompliziert. Und das ist genau der Weg, den ich zukünftig in meiner Küche und meinen Rezepten noch ausgiebiger beschreiten möchte: Einfache Gerichte, die schnell zusammengezimmert sind, mit wenigen Zutaten auskommen und trotzdem (oder gerade deswegen) so richtig lecker sind.
Mohr to come.

Und jetzt wird losgekocht!

Hier mal ein paar Beispiele für “vegane Rezepte ohne Gedöns” (Klick aufs Bild führt zum Rezept):

 



*) [gəˈdøːns] – Gedöns, das
umgangssprachl. für unnötiger Aufwand, unnötige Gegenstände

Disclaimer (aus Gründen):
Selbstverständlich ver- und beurteile ich niemanden, der häufig und gerne sog. “Superfoods” oder vegane Fleisch- oder Käsealternativen futtert. Ich maße mir auch nicht an, festzulegen, was “ein richtiger Veganer” essen darf und was nicht.
Ganz ehrlich ist mir das sogar ziemlich wurscht.
Jeder wie er will.

Mehr vegane Rezepte ohne Gedöns gibt es HIER! [KLICK]


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Curry-Kokoskraut

“Wer im Sommer Kappes klaut, hat im Winter Sauerkraut”.
(Weisheit von Vater Mohr)


Sobald ich das Wort “Sauerkraut” höre, muss ich immer und sofort und um!-ge!-hend dieses unfassbar schlaue Sätzchen zitieren. Man möge es mir nachsehen. Jeder hat so seine psychotischen Zwangshandlungen.

(Das Rezept funktioniert aber auch ganz legal mit gekauftem Sauerkraut.)

Zugegeben, die Kombination „Sauerkraut + Kokosmilch“ klingt auf Anhieb vielleicht nicht unbedingt nach lukullischem Dreamteam, aber dieses simple Gericht ist aus diversen Gründen einen Versuch wert.

  • Es ist im Nullkommanix auf dem Herd und würde bei einem Wettbewerb in Sachen „Zubereitungszeit und -schwierigkeit“ garantiert auf dem Siegertreppchen landen.
  • Die beiden Zutaten „Sauerkraut“ und „Kokosmilch“ sind in ihrer eingetüteten bzw. -gedosten Form über ein Jahr haltbar und eignen sich daher großartig zur langfristigen Vorratsschrankbestückung . So hat mir das Kokoskraut schon des öfteren den Hintern bzw. Magen gerettet, wenn ich abends spät heimgekommen bin und keine Lust oder Zeit mehr hatte, um mich in lange Schlangen an den Supermarktkassen einzureihen.
  • Obwohl es im Grunde bloss ein Zwei-Komponenten-Dosenfutter ist, kommt das Kokoskraut doch mit ein paar Vitaminchen und Mineralstöffchen daher.
  • Und zu guter Letzt – es schmeckt! Also…mir zumindest.

Alleine die sparsame Zutatenliste dürfte jeden Minimalisten vor Begeisterung aufjauchzen lassen:

Zutaten:

1 Beutel Sauerkraut (500 gr.)
1 Dose Kokosmilch (400 gr.)
ca. 1 Teel. Salz + Curry, Cayennepfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Sauerkraut mit einem scharfen Messer fein hacken und in der Kokosmilch auf kleiner Flamme weichkochen. (In der Kochzeit kann die geschäftige Dame von Welt ja schon mal die Buntwäsche machen, E-Mails checken oder die Welt retten.) Mit Salz, Cayennepfeffer und Curry (hier nicht zu sparsam sein!) abschmecken und schon ist das fixe Abendessen schon auf dem Tisch. Bei mir gibt’s dazu am liebsten Vollkornbandnudeln, aber Kartoffeln, Reis oder Quinoa passen auch wunderbar.

Das Kraut hält sich im Kühlschrank einige Tage, lässt sich aber auch prima portionsweise einfrieren. Die o.g. Menge ergibt mit zusätzlicher Pasta-Beilage zwei Portionen.

Wer gerne noch etwas Frisches im Topf haben möchte, kann Bananenscheiben oder frische Ananasstückchen zugeben und kurz mitkochen. An der drögen, beigen Ton-in-Ton-Optik ändern diese Komponenten aber leider auch nix.


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