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Frau Mohr, Herr eTrex und 2 Dobermänner – “Der Elektrik-Trick!”

“A friend in need is a friend indeed”.
Herr Mungenast vom Dobermann-Wanderblog ist nicht nur ein lustiger Typ, sondern auch ein sehr hilfsbereiter Mensch. So fiel meine zaghafte Anfrage, ob er mir vielleicht irgendwann mal ein paar Funktionen meines neuen eTrex zeigen und erklären könnte, postwendend auf fruchtbaren Boden und endete in einer Wander-Verabredung am selben Wochenende.  Als Veranstaltungort für die geplante Fortbildungswanderung hatten wir den Virne-Burgweg auserkoren, einen knapp 10 km langen Traumpfad-Rundkurs in der schönen Eifel. Wie man sich den Track aufs Gerät schiebt, habe ich ja schon höchst erfolgreich selbstständig eruiert und auch beim Virne-Burgweg klappt das Kopieren & Einfügen problemlos. (Anm. d. Red. – Das ist WIRKLICH pups-einfach!)

Bei der Anfahrt zum Startpunkt bin ich ziemlich dankbar, von Mungo den Hinweis: “Vorsicht, wenn du vor Virneburg die Serpentinen herunterfährst, da landen viele in der Leitplanke” mit auf den Weg bekommen zu haben Die Straße versteht hier tatsächlich keinen Spaß und verlangt der Kurvenlage alles ab.

2015_09_26_TP-Virneburg_iPünktlich rollt auch mein Wandergefährte des Tages inkl. seiner 2 vierbeinigen Kumpels vor – Dobermann und Doberfrau. Den tollen Rüden Balou kenne ich ja schon von unserer ersten Wanderung und freue mich wie Bolle, die “wuschelpuscheligen Flausche-Öhrchen vom süßen Schatzemännchen” wieder kraulen zu dürfen. Balou hingegen hat ja ein eher lässiges Naturell und hält seine Wiedersehensfreude dezent gähnend im Zaum, drückt aber immerhin kurz seinen Kopf gegen mein Bein. Auch Hündin Draga springt vor Glückseligkeit über meine Anwesenheit nicht gerade im Dreieck und wendet sich nach kurzem Anschnüffeln meiner Gliedmaßen ziemlich uninteressiert ab. Zum Glück habe ich keine Probleme mit einseitiger Zuneigung und freue mich halt einfach gleich für beide Hunde mit. Nützt ja nix. Eine(r) muss es ja tun.

Zuerst weist mich der zweibeinige Herr in ein paar Grundfunktionen meines neuen Wanderführers ein und zeigt mir das, was für mich am wichtigsten ist – wie man Tracks lädt, abwandert und seine Routen aufzeichnet und abspeichert. Eigentlich alles supereasy und nahezu selbsterklärend – aber wenn man weiß, wie’s geht, ist ja alles leicht. Das liegt dann in der Natur der Sache. “Ich hab’ mir den Track schon draufgeladen” verkünde ich mit stolzgeschwellter Brust. Was bin ich doch für ein ausgefuchster Technikfreak.

draga1Nachdem wir unseren eTrex-Kumpanen ein souveränes “Aufzeichnen/Auf Karte anzeigen” befohlen haben, geht’s dann auch los, frischfromm den wohlfeilen orange-weißen Wegmarkierungen entgegen. Balou marschiert total zen-like eine halbe Schrittlänge voraus, Draga tobt ausgelassen um uns herum und schafft es, mit ihrem neugierigen Gesichtchen trotz ihrer 6 Lenze auf dem Buckel wie ein verspieltes Hundebaby auszusehen.
Ich bin maximalverknallt.

2015_09_26_TP-Virneburg_sGleich zu Beginn führt der Traumpfad knackig und zackig bergan in Richtung Virneburg und leitet uns dann durch eine abwechslungsreiche Wald- und Wiesenlandschaft. Die Namensgeberin scheint wohl ein ziemlich aufdringliches Gemäuer zu sein und wirft sich auf nahezu jedem der zahlreichen Aussichtspunkte schamlos ins Blickfeld, was uns zur Vermutung bringt, dass es sich hier um eine “Stalker-Burg” handeln könnte. Testweise beschimpfen wir die Virneburg mehrmals kräftig als “Arschmakrelenburg!” und “Blödes Mistgemäuer!” und versuchen sie mit einem kernigen “Hau bloß ab, Doofirne-Burg!” zu verjagen – aber sie lässt sich partout nicht abschütteln und lauert auch im nächsten Panorama wieder ungeniert vor unseren Netzhäuten. Naja, es gibt ja auch Schlimmeres als penetrante Burgen. Sei’s drum.

DragaDie aufdringliche Ruine kann aber nicht von der gefälligen, hübschen Wegstrecke ablenken. Das Wegstück durch die Blumenrather Heide entzückt mich ganz besonders – da ist es gut, dass das Wetter eher neblig und dunstig daherkommt und der herbstlichen Farbenpracht einen visuellen Maulkorb anlegt, sonst wäre ich vor Begeisterung vermutlich ausgeflippt. “Guck!” befehle ich, und Herr Mungenast guckt. “Alles umsonst, Geil, gell?” “Jawoll!”

Da wir aber nicht ausschließlich und zum reinen Vergnügen in die Eifel gereist sind, muss ich zwischendurch trotz aller Wandersfrauenglückseligkeit auch ein paar eTrex-Aufgaben lösen, wie z.B. Wegpunkte markieren und mit prägnanten Bezeichnungen wie “Bank” oder “Aussicht auf Arschmakrelenburg” versehen. Klappt. Läuft. Tipp-O-Mat. Ich bin die Königin der Technikwelt.

"Was macht ihr'n da?" "Wegpunkte markieren. Kann noch ein bisschen dauern."

“Was macht ihr’n da?”
“Wegpunkte markieren. Kann noch ein bisschen dauern.”

Wir plaudern und marschieren, beschimpfen ab und an die Virneburg und am Ende des Weges ist irgendwie noch viel zu viel Wanderlust übrig. Mungo zeigt mir noch, wie ich mittels eTrex den Weg noch nach Gusto verlängern oder -ändern könnte, dann wird die Aufzeichnung gestoppt und der Track ordnungsgemäß abgespeichert. Wie als Lohn für meinen Lerneifer drückt Draga sich zum Abschied ganz feste an mich und lässt mich unter verzücktem Quieken meinerseits ausgiebig ihre weichen Öhrchen kraulen. Das alleine war jeden Kilometer wert. (Hier bitte ein Herzchen hindenken!)

Und die vielen Moralen von der Geschicht:

  • Der eTrex ist ein tolles Teilchen und wir sind schon richtig gute Kumpels.
  • Der Virne-Burgweg ist ein hübsches, abwechslungsreiches Stückchen Eifel, wenn man kein Problem mit stalkendem Gemäuer hat.
  • Mungo und die Vierbeiner sind liebenswerte Wandergefährten und ich freu’ mich schon auf’s nächste Mal. Hier ist übrigens seine Sicht der Dinge zu finden: “Virneburg reloaded”.

    „Mehr Mohr“ gibt’s übrigens jeden Montag in meinem Newsletter – dem MOHRBRIEF!
    Kost‘ nix und kann jederzeit mit einem Mausklick abbestellt werden.

 

Frau Mohr und Herr eTrex – “The Beginning”

Der Akku meiner betagten Forerunnerin ist mittlerweile so schwach auf der Brust, dass das Gerät meistens schon nach 2-3 Stunden hysterisch “Batterie schwach!” kreischt – was eine 15 km-Wanderung in unbekanntem Terrain immer zu einem ziemlich unentspannten Wettlauf mit der Zeit macht. Alles, was an Streckenlänge darüber hinausgeht, wird schon fast unmöglich – 20 km in 3 Stunden runterzurocken schaffe ich je nach Höhenmeterdichte noch nicht mal in Laufschuhen. Geschweige denn auf Schusters Rappen.

Bei meiner Wanderung mit Mungo und Balou habe ich seinerzeit schon neugierig das orange kleine Kästchen beäugt, dass meinem Wandergefährten so verlässlich den rechten Weg gewiesen hat. So richtig mit Karte und Ortsangaben und Wegen und allem Zipp und Zapp – nicht bloß mit ‘ner schnöden “schwarzen Linie auf grauem Grund” wie der rote Klumpen an meinem eigenen Handgelenk. Nachdem die Forerunnerin sich nun offensichtlich auf einen Lebensabend in der Elektroschrotthalde vorzubereiten scheint und ich ohnehin schon länger für ausgiebige Wanderungen ein leistungsfähigeres GPS-Teilchen haben wollte, zog dann vor einer guten Woche ein sportlicher, jungdynamischer “eTrex 20” bei mir ein.

eTrexBlöderweise gehöre ich zur der Sorte Mensch, die zwar alles können und wissen,  aber nix lernen wollen und die sich wünschen, dass endlich mal jemand die Theorie des Nürnberger Trichters in die Praxis umsetzt. Ich würde sofort das erste Exemplar dieser mechanischen Lernhilfe kaufen. Unbesehen. Gebrauchsanweisungen und komplizierte Abfolgen im Handling sind mir demnach ein Graus, und so guckte ich mir Herrn eTrex nach dem Auspacken zuerst mal ein wenig ratlos an, beäugte die Knöpfchen und das beiliegende “Quick-Start-Manual” und legte ihn nach dieser Amtshandlung vorsichtig wieder zurück in den Karton. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Bloß nix überstürzen.

Am Folgetag gelang es mir dann ziemlich problemlos, das Batteriefach zu finden, zu öffnen und die zwei erforderlichen Batterien einzulegen. Derart beflügelt von meinem Ersterfolg drückte ich dann gleich euphorisch auf das “On”-Knöpfchen rechts oben und das Display begrüßte mich mit einem fröhlichen Leuchten. Ha – Liebe auf den ersten Blick ist ein Scheiß dagegen. Die Sache läuft.

Als Erstes fragt mich Herr eTrex, in welcher Sprache ich zukünftig mit ihm kommunizieren möchte und ich ordne mit 2x Knöpfchendrücken die “Amtsprache Deutsch” an. Die vielen kleinen Felder auf dem Display machen deutlich, dass ich hier wohl ein Gerät mit mächtig vielen Funktionen erworben habe. “Karte”, “Routenplaner” und “Flächenberechnung” finde ich für meine Zwecke durchaus sinnvoll, aber Funktionen wie “Jagen und Angeln” oder gar “Mann über Bord” lassen mich irritiert die Augenbraue hochziehen. Aber damit kann ich mich ja immer noch befassen, wenn ich mal in See stechen sollte – vorerst will ich ja nur Wandern und sonst nix.

etrex1Ich beschliesse als Erstes einen Testmarsch auf  einer bekannten Strecke, und zwar dem Waldbreitbacher Wiedtraum – die Gegend im Wiedtal kenne ich mittlerweile so gut, dass ich mir notfalls auch zutrauen würde,  komplett ohne technische Hilfsmittel aus dem Wald rausfinden zu können. Das Übertragen des GPS-Tracks aufs Gerät funktioniert so easy-peasy, dass ich mir ein Begeisterungsquietschen nicht verkneifen kann – einfach den eTrex an den PC anschließen (ohne dass ich irgendeinen Treiber oder Software installieren muss) und den Track via Copy & Paste ins Laufwerk “GPX” schieben und fertig ist die Laube. Im Feld “Trackmanager” finde ich den Wiedtraum auch sofort wieder, und könnte nach Klick auf “Karte anzeigen” wohl auch direkt losmarschieren, wenn ich mit “Go!” bestätigen würde.

Rock’n Roll, Herr Trexter – und ab ins Wiedtal!

Auf dem Parkplatz angekommen, drücke ich auch erwartungsfroh “Go!” und folge selbst auch ebenfalls diesem Marschbefehl. Munter wandere ich der Morgensonne entgegen. Aber – wo ist denn nun der Track? Der eTrex zeigt ganz folgsam alle Straßen um mich herum an, und auch einige gestrichelte Linien, aber so richtig kapiere ich nicht, wohin ich jetzt gehen sollte, wenn ich den Weg nicht kennen würde. Aber naja…ich kenne ihn ja, also stapfe ich einfach mal bergan über den Kreuzweg Richtung Marienhaus. Vielleicht liegt der Track ja irgendwo im Wald und wird unterwegs vom eTrexter aufgesammelt.

Aber auch hoch drüben auf der Höh’ zeigt sich keine deutliche “Bitte hier entlang!”-Linie auf dem Display und ich ziehe einen Schmollmund. Meinen hirneigenen Einwand, dass ich vielleicht doch vorher einen kurzen Blick in die Bedienungsanleitung hätte werfen sollen, wische ich mit einem empörten Brummeln vom Tisch. Bedienungsanleitungen sind für Feiglinge und Kontrollfreaks. Aber – das kann doch alles hier so nicht richtig sein? Oder bin ich blöd zu döselig, um den Track zu erkennen? Ich kneife die Augen zusammen und vergrößere das Display, um irgendwo zwischen den Linien eine Richtungsanweisung zu erkennen. Nüschte.
Blöder eTrex!
Der kommt weg!
Der kann nix!
Doofding, das.

Dennoch ist der Tag zu schön, um mir von arbeitsunwilliger Technik die Wanderlust verhageln zu lassen. Dann marschiere ich halt als Prinzessin Vogelfrei durch den Forst und mache wir – widdewiddewitt! – die Streckenwelt wie sie mir gefällt. Ich brauch’ kein GPS-Gerät, ich nicht. Pah.

Nachdem ich ein paar Stunden später meinen Parkplatz wieder erreiche, dämmert mir plötzlich eine leise Erkenntnis. Ähem. Das…kann doch nicht…also, das wäre ja..aber SICHER! Um meine Vermutung zu bestätigen, laufe ich flott mal einen Kilometer in die andere Richtung, an der Wied entlang und bäm! – da schlängelt sich eine hellblaue Linie ganz unschuldig über mein Display, zwinkert mir zu und kichert “Ist was? Ich war doch die ganze Zeit hier!”

Ich muss laut lachen und leiste dem zu Unrecht der Arbeitsunwilligkeit beschuldigten Herrn Trexter Abbitte. In meiner schusseligen Gedankenlosigkeit hatte ich mir zwar den Track für den “Waldbreitbacher Wiedtraum” aufs Gerät geladen, bin aber zerstreuterweise zum Startpunkt des “Wiedtal Ultra” gefahren und sogleich folgsam in die Richtung der Ultrarecken marschiert. Aber die Strecke des W.U.T.  geht nun mal in eine komplett andere Richtung und der Lauf startet auch woanders als der Waldbreitbacher Wiedtraum.

Eine Trottelfunktion ist wohl trotz aller Features im GPS-Gerät nicht eingebaut. Das sollten die Garmin-Entwickler vielleicht mal überdenken.
“Hirn über Bord”.
Es gäbe Bedarf.


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