Schlagwort-Archive: Vegane Rezepte für den Thermomix

Birniger Buchweizen, bitte!

(Wem der knurrende Magen keine Zeit für endlos langes Einleitungsgeschwafel lässt, der scrollt fix zum Textende. Da gibt’s das Rezept.)

Gewohnheiten sind Rudeltiere

Wenn sich eine Gewohnheit es erstmal so richtig gemütlich im eigenen Leben gemacht hat, bringt sie meistens früher oder später noch 2 bis 3 dicke fette Brüder mit, die dann ihrerseits auch Raum beanspruchen. Gewohnheiten sind Rudeltiere – und das ist Fluch und Segen zugleich.
Denn schlechte Gewohnheiten bringen schlechte Brüder mit, das ist ein Fluch.
Aber gute Gewohnheiten haben auch ganz viel nette Verwandschaft im Schlepptau, und das ist der Segen.

Nachdem ich in den letzten beiden Jahren so nach und nach aus Gründen der Woschtigkeit meine veganen Ideale über Bord geschmissen und immer häufiger Tiermilch- und Eierkram gefuttert habe, hat sich auch nach und nach die ganze buckelige Verwandschaft der Familie “Mir-doch-egal” an meinem inneren Küchentisch breitgemacht.

“Saisonales Futter aus der Region?” – Drauf gepfiffen, ich hab’ jetzt Bock auf Avocado und Kiwi.
“Fairgehandelte Schokolade und Kaffee?” – Alter, ich bin total pleite, ich hab’ kein Geld für sowas. Kindersklaven, my ass.
“Unnötiges Plastik vermeiden?” – Da soll sich mal jemand Anderes drum kümmern, ich hatte ‘nen Scheißtag und WILL jetzt das mehrfach verschweißte Industriefertigfutter aus’m Supermarkt.

Kurz: Mir doch woscht. Und zwar alles.
So weit, so blöd, so ignorant.

Eine gute Gewohnheit kommt selten allein….

Aber Polen ist nie und zu keiner Zeit verloren – denn jetzt, wo ich dabei bin, mir zumindest meine veganen Ideale zurückzuraffen, kommt auch so nach und nach der Reste der ehrenwerte Rasselbande wieder um die Ecke geschlichen. Ich höre schrittchenweise wieder auf, mich wie ‘ne Öko-Axt im Walde zu benehmen. Das ist zum einen natürlich gut für die Umwelt, aber auch für mich. Es fühlt sich nämlich einfach besser an.

Heute zum Frühstücke habe ich zum Beispiel Lust bekommen, mal wieder etwas zu verspachteln, das auf dem Weg zu meinem Tellerchen nicht erst um die halbe Erdkugel gereist ist und einen ökologischen Fußabdruck von der Größe eines Siebenmeilenstiefels hinterlassen hat – nämlich Buchweizen.

Buchweizen, Baby!

Buchweizen ist ein ziemlich köstliches (und glutenfreies, falls da jemand Wert drauf legen sollte) Pseudo-Getreide, enthält alle 9 essenziellen Aminosäuren und lässt sich herzhaft und süß zubereiten.

Zu meiner maximalen Empörung habe ich festgestellt, dass der Buchweizen aus dem Bio-Segment meiner Lieblingsdrogeriekette tatsächlich aus China (CHINA!) kommt. Aber sowohl in Supermärkten, Hofläden oder auch online (z.B. von Alnatura, Biozentrale/Edeka oder der Bohlsener Mühle) lässt sich meist recht mühelos Buchweizen aus Deutschland ershoppen, wenn auch zu einem etwas höheren Preis.

Noch ein weiterer Grund, sich öfter mal Buchweizen aus deutschen Landen auf den Teller zu schaufeln: Buchweizen blüht (je nach Zeitpunkt der Aussaat) bis in den September hinein, und ist somit für unsere Bienen gerade in dieser Zeit, wo sonst kaum noch ein Pflänzchen in Blüte steht, eine gern besuchte Futterquelle.
Mampfend die Welt und die Bienen retten – manchmal ist es so einfach.

Aber ohne Mampf kein Kampf, also ab an die Pötte und losgeköchelt.

Süßer Frühstücksbuchweizen mit Birne

Zutaten:

50 g Buchweizen
200 ml Pflanzenmilch (mein Favorit: Hafer!)
1 EL Apfel- oder Birnendicksaft
(Agavenkram oder Ahornzeugs ginge natürlich auch, aber hey…”regional, Baby!”)
1 mittelgroße Birne
etwas Zimt, wer mag

Den Buchweizen in eine Schüssel geben und entweder über Nacht in Wasser einweichen, oder – wenn einen erst morgens spontan der Hunger überfällt – mit kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten stehen lassen. In beiden Fällen die Körnchen später in ein Sieb geben und mit Wasser abspülen.

Die Birne vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Würfel schneiden.

Zubereitung im Terrormix:

Buchweizen und Milch in den Mixtopf geben und 15 Minuten/98 Grad/Stufe 1 mit Linkslauf köcheln lassen (am besten ohne Meßbecher on top, denn nach ca. 5 Minuten steigt die Milch mal kurz über’n Deckel beim Aufkochen) – danach die gewürfelte Birne und den Dicksaft zugeben und weitere 5 Minuten bei 98 Grad/Stufe 1 mit Linkslauf garblubbern lassen.

Zubereitung im Kochpott:

Milch und Buchweizen in einen Topf geben und auf mittlerer Flamme aufköcheln. Unter gelegentlichem Rühren ca. 15 Minuten blubbern lassen, Birne und Dicksaft zugeben und weitere 5 Minuten köcheln.

Für die “Muggelischkeit im Bauch” kann man noch ein wenig Zimt zugeben.

Nun kann man den süßen Brei entweder sofort aus einer Schüssel löffeln oder in ein Schraubglas füllen und kalt im Büro verspeisen.

Alternative: Bananen-Erdnuss-Buchweizen

Auch sehr lecker (wenn auch ganz und gar nicht ‘regional’) ist ein süßer Bananen-Buchweizen mit Erdnussnötchen. Statt der Birne einfach nach 15 Minuten Kochzeit 1 mittelgroße, vollreife Banane in Stücke schneiden, zusammen mit 1 großem TL Erdnusmus ins Breichen rühren und ein paar Minuten köcheln lassen. Durch die Süße der Banane braucht’s auch keinen Dicksaft mehr.


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[mohrbacken] Knuspersterne am Stiel

Diese putzigen Keks-Lollis sind ein süßer Hingucker im Adventsgesteck oder ein Mitbringsel für nette Menschen. Wer keine Lust darauf hat, Holzstäbchen in Keksteig zu friemeln, kann aus dem Teig auch einfach schlichte Knusperkekse backen.

Zutaten:

150 g Dinkelmehl Typ 630
50 g Puderzucker
1 Päckchen Bourbonvanillezucker
100 g Margarine

So geht’s im Terrormix:

Zuerst das Mehl und den Zucker, dann die Margarine in Stücken in den Mixtopf geben und 25 Sekunden auf Stufe 4 zu einem glatten Teig verrödeln.

So geht’s im Handbetrieb:

Das Mehl mit dem Zucker mischen und aufdie saubere Arbeitsplatte oder in eine Schüssel geben. Die kalteMargarine in kleinen Würfelchen zugeben und fix mit möglichstkalten Händen (das sollte bei der Jahreszeit wohl das geringsteProblem sein) zu einem glatten Teig verkneten.

Wer sich nicht die Hände versüßenmöchte, kann natürlich auch den Knethaken des Handmixers nehmen –das wäre aber dann irgendwie bloss der halbe Spaß.

Und so geht’s weiter:

Den Teig zu einer Kugel formen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank parken – gerne aber auch über Nacht, der Teig verträgt das.

Am Tag der finalen Verbackung denBackofen auf 180 Grad vorheizen, den Teig gleichmäßig ca. 5 mm dickausrollen (am besten gleich auf dem Backpapier) und ausstechen, wasimmer ihr wollt. Sterne. Herzen. RENTIERE! NIKOLÄUSE! EINHÖRNER!(„Frau Mohr, nun lassen’se sich mal nicht so gehen…!“ “Ja, ja, schon gut…Sterne sind auch super!”)

Wer Lollis basteln möchte, schiebt nun vorsichtig seitlich einen Holzspieß in den ausgestochenen Keks. (Wer nicht möchte, nicht. Life is easy.)

Das ganze ausgestochene Zeug wird nun ca. 12 Minuten gebacken, bis es an den Kanten zart gebräunt ist (bei den Sternchen auf dem Foto habe ich diesen Zeitpunkt ganz knapp verpackt – hier wär ein Hauch weniger Backzeit mehr gewesen…)

Stiel- oder Nicht-Stiel-Kekse auskühlen lassen und nach Lust und Laune mit Zuckerguß und Deko-Chi-Chi verzieren.

Und übrigens – wer nicht so richtig dolle Lust hat, alle Sterne mit zuckeriger Intarsienarbeit zu verstehen, kann einfach einige Sternchen (170 g, um genau zu sein) ‘nackig’ lassen und daraus leckere Erdnussbutter-Pralinen basteln.


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[mohrkochen] Mercimek Köftesi – türkische Linsenfrikadellen “für auffe Stulle”

“Die Geschichte der veganen Stulle ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…”

Tatsächlich ist die beinah hysterische Frage “Wie jetzt, GAR nix vom Tier? Aber was isst du denn dann auf’m Broooot?” nach wie vor eine der häufigsten die mir gestellt wird, wenn’s um vegane Ernährung geht. Ich esse zwar durchaus mal gerne die üblichen “Ersatzprodukte” wie Tofuwoscht oder Pflanzenkäse auf meiner Klappstulle (und grinse den obligatorischen Einwand “Also WENN du Veganer sein willst, dann darfst du aber auch keine nachgemachte Wurst essen, das ist ja total inkonsequent!” schulterzuckend weg), Aber auch abseits der Fertigfutterpfade kann man seine Brotscheiben ganz köstlich belegen, zum Beispiel mit selbstgemachtem Casheesio, einem deftigen Aufstrich nach Leberwurst-Art (“Also, wenn du Veganer sein willst, dann darfst du aber auch….!” – “Jaja, geschenkt!”) oder auch mal ganz simpel mit frischen Gurken, Radieschen, Paprikastreifen und/oder Räuchertofu. Oder auch einfach mal mit etwas, das auf den ersten Blick gar nicht unbedingt den Stempel “made for Klappstulle” trägt, wie dieser türkischen Linsenfrikadellenmasse zum Beispiel.

Linsenfrikadellen aufs Brot!

Unter dem Namen “Mercimek köftesi” kennen vermutlich die Meisten diese köstlichen Linsenfrikadellen aus türkischen Imbissen. Die würzige Masse wird nicht gebraten, sondern einfach zu kleinen Röllchen geformt, in ein Salatblatt gewickelt und aufgefuttert. Die kleinen Klopse kann man aber nicht nur beim Türken ums Eck kaufen, sondern recht einfach (und preiswert) selbermachen. Die Köftesi sind ein prima “Zwischendurchsnack” auf die Hand, und kommen auch gerne mit ins Büro zur Mittagspause oder in den Rucksack zum Wandern. Praktischerweise ist das Gericht sozusagen “von Haus aus vegan”, das ist ja irgendwie auch mal nett.
Und dann kommt die Klappstulle ins Spiel: Die Masse schmeckt nämlich auch ganz großartig, wenn man sie einfach aufs Brot streicht statt in Rollen zu formen…gerne noch ein Tomätchen oder Gürkchen dazu und fertig ist die leckere Marschverpflegung.

An die Linsen, fertig, los – so wird’s gemacht!

Zuaten:

1 kleine rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe (kann aus Gründen der Sozialverträglichkeit auch weggelassen werden)
30 g Olivenöl
1 TL Gemüsebrühe-Pulver
1 EL Tomatenmark
1 EL Paprikamark (am liebsten “Acı Biber Salcası” im Glas aus dem türkischen Supermarkt. Wer sowas nicht hat oder findet, kann auch einfach das “normale” Paprikamark der Firma Hengstenberg nehmen, das steht meistens im gleichen Regal wie Tomatenmark. Oder einfach gleich weglassen und 2 EL Tomatenmark nehmen)
130 g rote Linsen
250 g Wasser
60 g feiner Bulgur (nicht den normalen “groben” Bulgur nehmen, sonst beißt man sich die Zähne aus)
1 EL Zitronensaft
1 Bund glatte Petersilie
1 Frühlingszwiebel
Gewürze nach Gusto:
Ich nehme ca. 3/4 TL Salz und gerne reichlich Kreuzkümmel (Cumin), schwarzen Pfeffer und “Pul Biber” (getrocknete, scharfe Paprikaflocken).

So geht’s im Terrormix:

Die Zwiebel schälen, teilen und in den Mixtopf schubsen – wenn Knoblauch verwendet wird, diesen ebenfalls schälen, (am besten pressen, sonst bleiben die Stücke zu groß) , mit der Zwiebel vergesellschaften und 5 Sekunden auf Stufe 7 hacken.

Öl, Gemüsebrühepulver und Tomatenpaprika-wasauchimmer-Mark zufügen und  5 min. bei 100°C auf Stufe 2 andünsten.
Die Linsen mit Wasser abspülen (im Garkörbchen, beispielsweise) , zum Zwiebelmarkgemisch in den Mixtopf geben,  Wasser zuschütten,  Deckel aufsetzen Garkörbchen als Spritzschutz aufsetzen und 15 min. bei 100°C und Stufe 2 (im Linkslauf!) garen.
Die Petersilie und die Frühlingszwiebel hacken und zusammen mit dem Bulgur, dem Zitronensaft und den Gewürzen zum Linsengemisch in den Pott geben, 2 Minuten auf Stufe 4 im Linkslauf vermischen und ca. 10 Minuten quellen lassen.


Die folgende Anleitung “im Handbetrieb” ist eher eine theoretische, weil ich selbst die Frikadellchen bisher immer nur im Terrormix fabriziert habe. Aber es sollte so funktionieren:

Die Zwiebel hacken, den Knoblauch pressen und beides im Öl in einem Topf leicht andünsten. Tomatenpaprikamark zugeben, kurz mitschwitzen lassen, Wasser, Gemüsebrühpulver und gewaschene Linsen zugeben und alles auf kleiner Flamme ca. 15 Minuten blubbern lassen.

Die Petersilie und die Frühlingszwiebel hacken und zusammen mit dem Bulgur, dem Zitronensaft und den Gewürzen zum Linsengemisch in den Pott geben, gut durchrühren und ca. 10 Minuten quellen lassen.


Und so geht’s weiter:

Ich mache es nun meistens so, dass ich aus der Hälfte der Masse besagte Frikadellen forme (die dürfen und müssen ruhig unregelmässig geformt sein, Perfektion verlangt hier niemand) und die andere Hälfte eben als Stullenbelag verspachtele.

Die Köftesi werden klassischerweise in Salatblätter gewickelt und mit Zitronenscheiben serviert. Man kann sie aber auch prima in Fladenbrot oder Wraps wickeln – und schon schließt sich der Kreis zur Klappstulle.

Guten Hunger – oder auf türkisch: “Afiyet olsun!”



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