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[mohrkochen] Mercimek Köftesi – türkische Linsenfrikadellen “für auffe Stulle”

“Die Geschichte der veganen Stulle ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…”

Tatsächlich ist die beinah hysterische Frage “Wie jetzt, GAR nix vom Tier? Aber was isst du denn dann auf’m Broooot?” nach wie vor eine der häufigsten die mir gestellt wird, wenn’s um vegane Ernährung geht. Ich esse zwar durchaus mal gerne die üblichen “Ersatzprodukte” wie Tofuwoscht oder Pflanzenkäse auf meiner Klappstulle (und grinse den obligatorischen Einwand “Also WENN du Veganer sein willst, dann darfst du aber auch keine nachgemachte Wurst essen, das ist ja total inkonsequent!” schulterzuckend weg), Aber auch abseits der Fertigfutterpfade kann man seine Brotscheiben ganz köstlich belegen, zum Beispiel mit selbstgemachtem Casheesio, einem deftigen Aufstrich nach Leberwurst-Art (“Also, wenn du Veganer sein willst, dann darfst du aber auch….!” – “Jaja, geschenkt!”) oder auch mal ganz simpel mit frischen Gurken, Radieschen, Paprikastreifen und/oder Räuchertofu. Oder auch einfach mal mit etwas, das auf den ersten Blick gar nicht unbedingt den Stempel “made for Klappstulle” trägt, wie dieser türkischen Linsenfrikadellenmasse zum Beispiel.

Linsenfrikadellen aufs Brot!

Unter dem Namen “Mercimek köftesi” kennen vermutlich die Meisten diese köstlichen Linsenfrikadellen aus türkischen Imbissen. Die würzige Masse wird nicht gebraten, sondern einfach zu kleinen Röllchen geformt, in ein Salatblatt gewickelt und aufgefuttert. Die kleinen Klopse kann man aber nicht nur beim Türken ums Eck kaufen, sondern recht einfach (und preiswert) selbermachen. Die Köftesi sind ein prima “Zwischendurchsnack” auf die Hand, und kommen auch gerne mit ins Büro zur Mittagspause oder in den Rucksack zum Wandern. Praktischerweise ist das Gericht sozusagen “von Haus aus vegan”, das ist ja irgendwie auch mal nett.
Und dann kommt die Klappstulle ins Spiel: Die Masse schmeckt nämlich auch ganz großartig, wenn man sie einfach aufs Brot streicht statt in Rollen zu formen…gerne noch ein Tomätchen oder Gürkchen dazu und fertig ist die leckere Marschverpflegung.

An die Linsen, fertig, los – so wird’s gemacht!

Zuaten:

1 kleine rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe (kann aus Gründen der Sozialverträglichkeit auch weggelassen werden)
30 g Olivenöl
1 TL Gemüsebrühe-Pulver
1 EL Tomatenmark
1 EL Paprikamark (am liebsten “Acı Biber Salcası” im Glas aus dem türkischen Supermarkt. Wer sowas nicht hat oder findet, kann auch einfach das “normale” Paprikamark der Firma Hengstenberg nehmen, das steht meistens im gleichen Regal wie Tomatenmark. Oder einfach gleich weglassen und 2 EL Tomatenmark nehmen)
130 g rote Linsen
250 g Wasser
60 g feiner Bulgur (nicht den normalen “groben” Bulgur nehmen, sonst beißt man sich die Zähne aus)
1 EL Zitronensaft
1 Bund glatte Petersilie
1 Frühlingszwiebel
Gewürze nach Gusto:
Ich nehme ca. 3/4 TL Salz und gerne reichlich Kreuzkümmel (Cumin), schwarzen Pfeffer und “Pul Biber” (getrocknete, scharfe Paprikaflocken).

So geht’s im Terrormix:

Die Zwiebel schälen, teilen und in den Mixtopf schubsen – wenn Knoblauch verwendet wird, diesen ebenfalls schälen, (am besten pressen, sonst bleiben die Stücke zu groß) , mit der Zwiebel vergesellschaften und 5 Sekunden auf Stufe 7 hacken.

Öl, Gemüsebrühepulver und Tomatenpaprika-wasauchimmer-Mark zufügen und  5 min. bei 100°C auf Stufe 2 andünsten.
Die Linsen mit Wasser abspülen (im Garkörbchen, beispielsweise) , zum Zwiebelmarkgemisch in den Mixtopf geben,  Wasser zuschütten,  Deckel aufsetzen Garkörbchen als Spritzschutz aufsetzen und 15 min. bei 100°C und Stufe 2 (im Linkslauf!) garen.
Die Petersilie und die Frühlingszwiebel hacken und zusammen mit dem Bulgur, dem Zitronensaft und den Gewürzen zum Linsengemisch in den Pott geben, 2 Minuten auf Stufe 4 im Linkslauf vermischen und ca. 10 Minuten quellen lassen.


Die folgende Anleitung “im Handbetrieb” ist eher eine theoretische, weil ich selbst die Frikadellchen bisher immer nur im Terrormix fabriziert habe. Aber es sollte so funktionieren:

Die Zwiebel hacken, den Knoblauch pressen und beides im Öl in einem Topf leicht andünsten. Tomatenpaprikamark zugeben, kurz mitschwitzen lassen, Wasser, Gemüsebrühpulver und gewaschene Linsen zugeben und alles auf kleiner Flamme ca. 15 Minuten blubbern lassen.

Die Petersilie und die Frühlingszwiebel hacken und zusammen mit dem Bulgur, dem Zitronensaft und den Gewürzen zum Linsengemisch in den Pott geben, gut durchrühren und ca. 10 Minuten quellen lassen.


Und so geht’s weiter:

Ich mache es nun meistens so, dass ich aus der Hälfte der Masse besagte Frikadellen forme (die dürfen und müssen ruhig unregelmässig geformt sein, Perfektion verlangt hier niemand) und die andere Hälfte eben als Stullenbelag verspachtele.

Die Köftesi werden klassischerweise in Salatblätter gewickelt und mit Zitronenscheiben serviert. Man kann sie aber auch prima in Fladenbrot oder Wraps wickeln – und schon schließt sich der Kreis zur Klappstulle.

Guten Hunger – oder auf türkisch: “Afiyet olsun!”



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Vegan Kochen ohne Gedöns – weil’s halt auch einfach geht!

“Veganes Essen ist ja immer so furchtbar kompliziert und teuer. Das wär’ nix für mich”.

Auch wenn ich diese (leider immer noch oft zu hörende) Einschätzung absolut nicht teilen kann, kann ich mitunter dennoch verstehen, wie man als “eher so mittel”-interessierter Beobachter der pflanzlichen Küche zu dieser Schlußfolgerung kommen kann. In vielen Blogs und Kochbüchern wird man erschlagen von einer Flut an Zutaten, die zum einen den Geldbeutel im Nullkommanix zum Explodieren bringen und bei denen man oft erstmal recherchieren muss, was das überhaupt ist und wo man es auftreiben könnte, bevor man den veganen Kochlöffel schwingen kann.

jackfruit, Kalechips und Gojibeeren…Goji-WATT?!

Da winkt so ein exotischer Kram wie Gojibeeren, Amaranthpops, weißes Mandelmus, Jackfruit und Hanfsamen in seitenlangen Zutatenlisten. Und wer dann noch nicht pleite ist, kann seinen Wakame-Algensalat oder die Kelpnudeln noch beherzt mit ein paar “Bio-Kale-Chips in Rohkostqualität” toppen. Abgerundet wird dieses Zutatenkarussell dann noch durch eine inzwischen mächtig große Vielzahl an pflanzlichen Würsten, Steaks und Käse.

Wenn man sich das alles mal von außen betrachtet, könnte man durchaus erstmal zu der Einschätzung kommen, veganes Essen können sich nur “Leute mit zuviel Zeit und Geld” leisten – vor allem, wenn man der Pflanzenkost gegenüber ohnehin eher spöttisch eingestellt ist, diese “ganze neue Mode” ohnehin einfach doof finden und die ganzen “naiven Veganer” belächeln will. Natürlich gibt es inzwischen zahlreiche wirklich tolle Rezepte-Blogs und Kochbücher, die dem geneigten Esser kreative, aber einfache und oft auch preiswerte Gerichte auf den Teller zaubern können – aber wer nicht wirklich interessiert ist, sondern bloß um jeden Preis  kritisieren möchte, hängt sich natürlich immer wieder gerne am überteuerten Superfood-Hype auf, der scheinbar der veganen Küche vorbehalten sein soll.

“Vegan” könnte so einfach sein….

Aber selbstredend geht es auch anders, und zwar sehr gut und einfach. Es gibt nicht wenige klassische Gerichte, die ohnehin “von Haus aus” ohne tierische Zutaten auskommen, wie z.B. Ratatouille, Gazpacho, Spaghetti alio olio, Falafel, Hummus, viele asiatische Gemüsegerichte und Currys.

Selbstredend kann und darf man sich täglich durch die komplette Palette der “veganen Superfoods” futtern wenn man möchte (und viele dieser Produkte schmecken auch mir ganz schön gut, so isses ja nicht) aber letztlich bevorzuge ich doch immer mehr einfache, schnelle Gerichte ohne Gedöns *) mit sparsamen Zuatenlisten, die man im örtlichen Hofladen oder dem Wochenmarkt ergattern kann. Linsen, Bohnen, Kartoffeln, Nüsse, Gemüsesorten und Obst (gerne regional und saisonal) Nudeln, Graupen, Reis, Haferflocken…all das ist eben AUCH “vegane Küche” und alles andere als teuer und kompliziert. Und das ist genau der Weg, den ich zukünftig in meiner Küche und meinen Rezepten noch ausgiebiger beschreiten möchte: Einfache Gerichte, die schnell zusammengezimmert sind, mit wenigen Zutaten auskommen und trotzdem (oder gerade deswegen) so richtig lecker sind.
Mohr to come.

Und jetzt wird losgekocht!

Hier mal ein paar Beispiele für “vegane Rezepte ohne Gedöns” (Klick aufs Bild führt zum Rezept):

 



*) [gəˈdøːns] – Gedöns, das
umgangssprachl. für unnötiger Aufwand, unnötige Gegenstände

Disclaimer (aus Gründen):
Selbstverständlich ver- und beurteile ich niemanden, der häufig und gerne sog. “Superfoods” oder vegane Fleisch- oder Käsealternativen futtert. Ich maße mir auch nicht an, festzulegen, was “ein richtiger Veganer” essen darf und was nicht.
Ganz ehrlich ist mir das sogar ziemlich wurscht.
Jeder wie er will.

Mehr vegane Rezepte ohne Gedöns gibt es HIER! [KLICK]


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[mohrkochen] Nu-Nou-Creme (Nussnougatcreme ohne Palmöl)

Dieses Rezept ist der mehr oder weniger elegante Versuch, davon abzulenken, dass es wohl doch in diesem Jahr keinen neuen Adventsmohr gibt, auch wenn die schöne Beckerin und ich da eigentlich anders geplant hatten. Aber sowohl der Becker- wie auch der Mohrkalender sind knackevoll mit irgendwelchem Gedöns und keine von uns kommt wirklich zum Backen und Tüfteln. Aber hey – wenn man sich den Bauch mit dieser leckeren Nuss-Nougat-Creme aus dem letztjährigen Adventskalender vollschlägt, kommt man doch gar nicht zum Trauern. Und nächstes Jahr geht’s ja vielleicht doch weiter mit der Be/äckerei.


NU-NOU-CREME

Mittlerweile bekommt man ja schon fast überall leckere Nussnougatcremes ohne tierische Bestandteile zu kaufen, sogar im örtlichen Supermarkt. Leider enhalten diese aber (zumindest meines Kenntnisstandes nach) alle Palmöl und das Zeugs ist so umstritten und ökologisch verwerflich, dass ich immer auf der Suche nach Alternativen bin. Dies ist also eine.

Die Creme wird recht weich, wenn sie warm wird – sollte also nicht unbedingt direkt auf der Heizung (haha!), sondern eher in Kühlschranknähe aufbewahrt werden.

Zutaten:
120 ml Hafersahne (oder andere Pflanzensahne, wer mag)
50 g Kokosöl
40 ml Öl nach Gusto (ich habe Rapsöl mit Buttergeschmack und Walnussöl getestet, ist beides lecker)
1 Pck Vanillezucker
250 gr. Nuss-Nougat
50 gr. Zartbitterschokolade (70% Kakaoanteil)

So geht’s im Thermomix:
Schokolade 5 Sekunden auf Stufe 7 verhäckseln, dann die anderen Zutaten zugeben und ca. 6 Minuten bei 40 Grad auf Stufe 1,5 zu einer geschmeidigen Creme verrühren. In Gläser abfüllen und feddisch.

So geht’s im Handbetrieb:
Kokosöl, Schokolade und Nuss-Nougat schmelzen (entweder im Wasserbad oder jeweils in einem Schälchen auf/neben dem Boller-Ofen…kann man sicher auch auf die Heizung stellen), bis alles weich und flüssig ist. Hafersahne, Zucker und Öl zusammen ein in Mixgefäss geben und kurz pürieren, Kokosöl und Schokolade zugeben und gründlich durchpürieren…zum Schluss das Nougat zugeben und so lange pürieren, bis alles gut vermischt ist, danach in Gläser abfüllen.

Kleiner Tipp zum Kokosöl:
Wer die Kokosnote in der Creme nicht so mag, kann auch sog. „desodoriertes“ Kokosöl nehmen. Hier wird der intensive Kokosgeschmack durch ein Verfahren mit Wasserdampf entzogen und somit ist das Öl am Ende nahezu geschmacksneutral. Desodoriertes Kokosöl gibt es z.B. von der Fa. Rapunzel im Bioladen oder Reformhaus, oder von Firmen wie Mattison, mituso oder 100ProBio in den Weiten des Internets zu ershoppen. Vermutlich könnte man die NuNou-Creme auch mit dem ollen Palmin-Kokosfett aus dem Supermarkt fabrizieren (das irritierenderweise trotz des Namens KEIN Palmöl enthält, zumindest in der klassischen Variante), aber irgendwie ist mir dieses raffinierte Kokosfett nicht symphatisch, deswegen habe ich die Creme damit noch nicht ausprobiert.


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