Archiv für den Monat: Mai 2018

Vegan Kochen ohne Gedöns – weil’s halt auch einfach geht!

“Veganes Essen ist ja immer so furchtbar kompliziert und teuer. Das wär’ nix für mich”.

Auch wenn ich diese (leider immer noch oft zu hörende) Einschätzung absolut nicht teilen kann, kann ich mitunter dennoch verstehen, wie man als “eher so mittel”-interessierter Beobachter der pflanzlichen Küche zu dieser Schlußfolgerung kommen kann. In vielen Blogs und Kochbüchern wird man erschlagen von einer Flut an Zutaten, die zum einen den Geldbeutel im Nullkommanix zum Explodieren bringen und bei denen man oft erstmal recherchieren muss, was das überhaupt ist und wo man es auftreiben könnte, bevor man den veganen Kochlöffel schwingen kann.
Da winkt so ein exotischer Kram wie Gojibeeren, Amaranthpops, weißes Mandelmus, Jackfruit und Hanfsamen in seitenlangen Zutatenlisten. Und wer dann noch nicht pleite ist, kann seinen Wakame-Algensalat oder die Kelpnudeln noch beherzt mit ein paar “Bio-Kale-Chips in Rohkostqualität” toppen. Abgerundet wird dieses Zutatenkarussell dann noch durch eine inzwischen mächtig große Vielzahl an pflanzlichen Würsten, Steaks und Käse.

Wenn man sich das alles mal von außen betrachtet, könnte man durchaus erstmal zu der Einschätzung kommen, veganes Essen können sich nur “Leute mit zuviel Zeit und Geld” leisten – vor allem, wenn man der Pflanzenkost gegenüber ohnehin eher spöttisch eingestellt ist, diese “ganze neue Mode” ohnehin einfach doof finden und die ganzen “naiven Veganer” belächeln will. Natürlich gibt es inzwischen zahlreiche wirklich tolle Rezepte-Blogs und Kochbücher, die dem geneigten Esser kreative, aber einfache und oft auch preiswerte Gerichte auf den Teller zaubern können – aber wer nicht wirklich interessiert ist, sondern bloß um jeden Preis  kritisieren möchte, hängt sich natürlich immer wieder gerne am überteuerten Superfood-Hype auf, der scheinbar der veganen Küche vorbehalten sein soll.

Aber selbstredend geht es auch anders, und zwar sehr gut und einfach. Es gibt nicht wenige klassische Gerichte, die ohnehin “von Haus aus” ohne tierische Zutaten auskommen, wie z.B. Ratatouille, Gazpacho, Spaghetti alio olio, Falafel, Hummus, viele asiatische Gemüsegerichte und Currys.

Selbstredend kann und darf man sich täglich durch die komplette Palette der “veganen Superfoods” futtern wenn man möchte (und viele dieser Produkte schmecken auch mir ganz schön gut, so isses ja nicht) aber letztlich bevorzuge ich doch immer mehr einfache, schnelle Gerichte ohne Gedöns *) mit sparsamen Zuatenlisten, die man im örtlichen Hofladen oder dem Wochenmarkt ergattern kann. Linsen, Bohnen, Kartoffeln, Nüsse, Gemüsesorten und Obst (gerne regional und saisonal) Nudeln, Graupen, Reis, Haferflocken…all das ist eben AUCH “vegane Küche” und alles andere als teuer und kompliziert. Und das ist genau der Weg, den ich zukünftig in meiner Küche und meinen Rezepten noch ausgiebiger beschreiten möchte: Einfache Gerichte, die schnell zusammengezimmert sind, mit wenigen Zutaten auskommen und trotzdem (oder gerade deswegen) so richtig lecker sind.
Mohr to come.

Hier mal ein paar Beispiele für “vegane Rezepte ohne Gedöns” (Klick aufs Bild führt zum Rezept):

 



*) [gəˈdøːns] – Gedöns, das
umgangssprachl. für unnötiger Aufwand, unnötige Gegenstände

Disclaimer (aus Gründen):
Selbstverständlich ver- und beurteile ich niemanden, der häufig und gerne sog. “Superfoods” oder vegane Fleisch- oder Käsealternativen futtert. Ich maße mir auch nicht an, festzulegen, was “ein richtiger Veganer” essen darf und was nicht.
Ganz ehrlich ist mir das sogar ziemlich wurscht.
Jeder wie er will.

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[mohrviecher] Hund und Zeck’?…bloss weg!

Zum Thema “Zeckenabwehr bei Hunden” gilt der stets gerne zitierte Satz von Karl Valentin: “Es wurde bereits alles gesagt, nur nicht von jedem.” Und um diesem Mißstand Abhilfe zu schaffen, löffele ich heute dann auch noch MEINEN Senf auf die Zeckenviecher.

Ich finde zwar angesichts der Krankheiten, die diese Mistviecher auf unsere pelzigen Freunde übertragen können, dass auch nur eine einzige Zecke in der Hundehaut genau eine Zecke zuviel ist – aber bei dem Gedanken, ein Nervengift aufs Hundetier zu träufeln oder gar via Tablette in den Blutkreislauf zu bringen, schaudert es mich zutiefst. Natürlich kann das jeder halten, wie er will. Und ganz ehrlich, die ganzen hämischen, bösartigen Diskussion über Bravecto und seine ganzen giftigen Brüder, die sich ganz schnell meilenweit unter der Niveaugrenze abspielen, finde ich fast noch widerlicher als die Zeckentiere selbst.

Ich selbst habe meine Hundefreundin vergangenes Jahr während meines allerersten Sommers als Hundehalterin meist großflächig mit Kokosöl eingefettet. Aber zum einen sah Heidi so ständig aus wie ein schmieriger italienischer Kellner mit Pomadenfrisur, zum anderen habe ich trotzdem regelmässig schwarze Krabbelviecher aus der Hundehaut gezupft…ob es ohne Öl mehr gewesen wären? Möglich.

Weg mit der Zeck!

In der aktuellen Zeckensaison 2018 habe ich zuerst einen Versuch mit dem Abwehrkonzentrat von CdVet gestartet, Der Schutz soll aber wohl erst nach 3-4 Wochen täglicher Anwendung aufgebaut worden sein, und entweder war ich einfach zu spät oder das Zeugs wirkt bei Heidi nicht. Nachdem ich die ersten Zecken aus dem Hundekopf gepflückt habe, habe ich diesbezügliche Experimente eingestellt.

Aber den Wirkstoff “Geraniol”, den dieses Abwehrkonzentrat enthält, fand ich dann doch spannend. Dieses Zeugs soll nämlich nicht nur “eher so generell und im allgemeinen” abwehrend auf Zecken, Flöhen und Milben wirken, sondern auch den Chitinpanzer angreifen und die Tracheen-Atmungsorgane dieser Mistviecher verkleben. Und zudem gut verträglich für Mensch und Tier sein.  Weil ich ohnehin ein großer Fan nahezu aller Produkte aus dem Hause “PerNaturam” bin und mir die netten Mitarbeiter auch in der Zeit nach Heidis Krankheit sehr gut und kompetent weitergeholfen haben, habe ich mir also mal ganz neugierig ein Spray mit Namen “AkaFree” geordert und getestet.

Seit ich dieses Spray in Kombination mit dem pflanzlichen Spot-On “Amigard” verwende, habe ich bislang exakt eine einzige Zecke von meinem Hund gepflückt. Und auch wenn diese Zecke auch eine Zecke zviel war, ist eines dieser Viecher pro Monat immer noch besser als 10/Woche.

Und so läuft’s:
Zuerst habe ich das Spot-On aufgetragen und ein wenig einmassiert, dieses Repellent soll ca. 3-4 Wochen Schutz bieten. Bevor wir in den Forst latschen, sprühe ich das Hundetier immer noch gründlich mit “AkaFree” ein, besonders Bauch und Beine. Und die Zecken? Die finden’s doof und bleiben uns bislang fern. Und das darf auch von mir aus so bleiben.

Disclaimer:
Natürlich können auch natürliche Stoffe wie das Niembaumöl in Amigard oder das Geraniol in AkaFree reizend wirken, und bestimmt gibt es auch Tiere, die diese Präparate nicht vertragen. Wenn das Hundetier also anfängt, sich wie jäck zu kratzen oder gar kahle oder rote Stellen bekommt, ist eine Dusche angesagt und man sollte etwas anderes ausprobieren.
Ich sach’ ja nur.


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[mohrwandern] R3 – “Silent hiking im Wiedtal”

So ein handelsüblicher Hirnkasten ist oft schon gleich nach der morgendlichen Inbetriebnahme einer gigantischen Menge an Geräuschen und Eindrücken ausgesetzt. In nahezu jeder Ecke unseres Lebens hupt, fiept, bimmelt, kreischt, plappert, klingelt und dudelt es. Nicht selten sind schon bis mittags ganze Kolonnen von Tönen, Daten, Information, An- und Aufforderungen durch die Schädeldecke gerauscht.

Blöderweise scheinen die handelsüblichen Hirnkästen von der Natur für diese Fülle an akkustischem Input-Dauerbetrieb nicht ausgelegt zu sein. Die Folgen dieser Überdosis zeigen sich nicht selten in Müdigkeit, Stress, Unkonzentriertheit, Schlaf- und Rastlosigkeit. Wenn dann noch zusätzlich zum Sound- und Informationszug, der von außen auf die grauen Zellen zurattert, auch innerlich ein Gedankenkarussell aus Sorgen, Frust, Nöten und Ängsten wie ein Derwisch durch die Hirnwindungen dreht, meldet der Kopf nicht selten irgendwann “Fatal Error! Bitte fahren sie das System herunter oder kontaktieren ihren Administrator!”

Es mag durchaus Menschen geben, die diesem Geräusche-Irrsinn lockerlächelnd und mühelos entgegentreten können – aber ich gehöre definitiv nicht dazu.

Wirksame Medizin gegen die Folgen von Umwelt- und Gedankenlärm

Zum Glück gibt’s ein preiswertes und absolutes effizientes Gegenmittel zur dröhnenden Umweltüberdosis, nämlich die Stille. Klingt komisch, klingt einfach, ist aber so. Stille wirkt blutdrucksenkend und beruhigend, regt das Wachstum von Hirnzellen an, fördert die Kreativität und ist zudem im Vergleich zu Pharmazeutika oder Entspannungs- und Meditationskursen ziemlich leicht zu haben (wenn auch nicht immer leicht zu finden).

Ich persönlich hole mir meine Droge am allerliebsten auf Schusters Rappen im Forst, was nichts weiter bedeutet als: “Handy und Mundwerk ausschalten, schweigend durch’n Wald latschen, ausgiebig in der Gegend rumglotzen und lieben Gott ‘nen guten Mann sein lassen.” (wobei ein gelegentliches “Aaaah!” und “Ooooh!” angesichts besonders hübscher Landschaftsbilder natürlich erlaubt ist. Da muss man auch mal die Stillekirche im Schädeldorf lassen.)

Schweigendmarschieren im Wiedtal

Gerade am Wochenende bei charmanter Witterung sind die hippen und perfekt beschilderten Premiumwanderwege, Traumpfade und -schleifen mitunter recht überlaufen und lassen nicht immer so richtig Raum für ein “silent hiking”. Wenn man so wie ich eher keine Lust auf plappernde und ach!-so-gesellige Wandergruppen oder “Aaaaaachtung!”-plärrende Mountainbikerrudel hat, kann man sich allerbestens ins zauberhafte, aber nicht ganz so populäre Wiedtal flüchten, und genau das habe ich kürzlich erst wieder getan.

Ein kleiner feiner Rundkurs mit dem wenig reißerischen Namen “R3” ist heute die Stille-Medizin der Wahl. Ungefähr 8,5 km sind zu bewandern, also perfekt für einen sonnigen Vormittag in kontemplativer Einsamkeit für das Hundetier und mich.

Start ist an der Wiedhalle in Roßbach und meine Hundefreundin scharrt schon erwartungsfroh mit den Wanderpfötchen. Der erste Kilometer führt durchs Dorf, hier kommt der höfliche “Silent hiker” an sich erstmal nicht um den ein oder anderen gemurmelten Morgengroß oder ein wohlwollendes Kopfnicken herum, aber in den ersten Minuten muss sich mein Hirn ohnehin meistens erstmal ein bisschen einsortieren…”Warmschweigen” sozusagen.

Nach etwas mehr als einem Kilometer schraubt sich der Weg hinfort von Asphalt und Wohnhäusern über beschauliche Waldpfädchen in Richtung des (zumindest in der Region) berühmten “Roßbacher Häubchens”. Die Natur hat auch hier eine Frühlingsexplosion durchlaufen und betört mit sattem Grün und buntem Blümchenbouquet. Mein Hirn atmet auf. So lob’ ich mir das. Natur pur, Geräuschearmut, ein fröhlich vorwegwuselndes Hundetier. ein laues Windchen, glitzernde Sonnenstrahlen – und sonst nix und nottisch. Die Welt hält ihre Fresse und das ist gut so.

Ohne Roßbacher Häubchen? Ohne mich!

Den GPS-Track für diese Route habe ich mir auf der offiziellen Wiedtal-Touristikseite heruntergeladen und bin der roten Linie auch bis zum 4. Kilometer höchst artig gefolgt. Aber just an dieser Stelle scheint sich der rote Faden einen Scherz mit mir erlauben zu wollen: Aus unerfindlichen Gründen möchte mich der Weg hier doch glatt am Roßbacher Häubchen vorbeilotsen wollen – aber nicht mit mir, meine Wiedtalherren! Das wäre ja, als würde man eine Touristengruppe in Köln am Dom vorbeischleusen und ihnen die größte Sehenswürdigheit vorenthalten wollen.
Renitent verlasse ich also den rechten Weg und stapfe eskortiert von bemoosten Basaltbrocken in Richtung des sonnigen Aussichtspunktes. (Wer ortunskundig ist und es mir nachtun möchte, findet meinen eigenen GPS-Track HIER!) Auch hier finden wir einen großen Sack voll Stille, Landschaftsidyll, mächtig schöner Aussicht und jeder Menge “Leckmischinnetäschissdasschönhier!” vor. Verzückt mampfe ich mein Frühstücksbrötchen mit Blick auf das malerische Wiedtal, das sich geschmeidig vor meinen Netzhäuten ausgebreitet hat. Das Hundetier kartographiert unterdessen konzentriert das örtliche Hasenfährten-Wegenetz. Ist schließlich auch wichtig.

Die rote Linie auf meinem GPS-Display ist nach der Vesperpause fix wiedergefunden und wir schlendern munter weiter im Text. Bereits jetzt fühle ich mich aber-sowatt-von! erfrischt an Körper und Geist und lasse meine Gedanken unbeaufsichtigt links und rechts schweifen.

“Ich muss unbedingt meine Steuererklärung machen. Hach, wie schön die Ginstern blühen. Was kribbelt denn da in der Nase, kommt der Heuschnupfen? Wovon soll ich bloß Heidis nächsten Herzultraschall bezahlen? Oh, Vergißmeinnicht, wie entzückend. Mein Nacken tut weh, ich glaub’ der Rucksack sitzt falsch. auf. Aua, ein Stein im Schuh. Ach, hier geht’s links. Rechts der Weg wäre auch aber schön gewesen…”

Diverse Gedankenzüge rauschen vorbei und ich lasse sie mir einfach nonchalant am Allerwertesten vorbeigehen. Der Hirnkasten hat einfach mal Pause.

“Silent hiking” – kein Trend, kost’ nix und für jedermann geeignet

Ich bin ganz sicher, gäbe es irgendein moderndes Zubehör, teure Kurse oder Gadgets an eine willige Käuferschaft zu bringen, dann wäre “Silent hiking” garantiert der neueste Trend auf dem Wellness- und Sportlermarkt. Am Ende würden vielleicht sogar ganze Horden Entspannungswilliger in überteuerten “Silent-hiking-Funktionsklamotten” mit Vergißmeinnicht-Aufdruck schweigend durch die Wälder stapfen und in die Botanik glotzen, angeführt von achtsamen Stille-Gurus in Leinenhosen und kernigen Waldwegescouts.

Am Ende des Weges glitzert mein Auto in der Sonne, Heidi Herrlich hüpft nochmal fix in die Wied, meine Körper- und Hirnzellen geben standing ovations und sind wieder ein bisschen bereiter für das tägliche Umweltkarussell.
Stille ist der neue Punk.
Echt jetzt.

R3 – Rund um Roßbach mit Hund

Der knapp 9 km lange Rundkurs ist optimal für eine kleine Wanderung mit einem gesunden, fitten Hundetier und überall gut zu begehen. Der Weg ist allerdings “arm an Bächlein” – zu Beginn des Marsches kann der Hund in der Wied und nach knapp 1,5 km nochmal in einem Bach süffeln. Danach kommt keine plätschernde Hundebar mehr, deswegen sollte man unbedingt Wasser für den Pelzfreund mitnehmen.


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