(ergibt 12 Wecken)
Meine Hirnstube ist mitunter ein schräger Geselle mit unkontrollierbarem Eigenleben und kommt manchmal auf wirren Wegen vom Hölzchen aufs Stöckchen, bzw. in diesem Fall aufs Weckchen.
Vor einigen Tagen entdeckte ich amüsiert folgenden Beitrag in den sozialen Medien:
„Liebe Bäckereien im Südwesten, das ist eure Chance. Verkauft Brötchen und nennt sie Merzweck!“
Darauf kommentiere jemand mit: „Ich würde sie noch füllen, z.B. mit Nutella oder Pflaumenmus, und dann als „Mehrmusweck“ verkaufen.!
So was ringt meiner Hirnstube ja immer umgehend ekstatische Freudenjauchzer ab. Zum einen bin ich maximalgroßer Fan von Wortspielen, zum anderen aber eben auch von kreativen Backwerken. Und so begann mein Hirn in der selben Sekunde gleich an zu rattern… „Wie könnte wohl ein solcher Weck aussehen? Mit einer Kompottfüllung kann es ja eigentlich nur ein süßes Brötchen sein. Am besten aus Hefeteig, der taugt ja sowieso am allerbesten für so was. Und welches Mus könnte man nehmen… Apfelmus? Ach nee, Pflaumenmus ist besser. Am besten noch in Kombination mit Zimt.“. Meine innere Sekretärin zog sich sofort in ihre Schreibstube zurück, um die Rezeptur des Prototypen niederzuschreiben, und vor meinem inneren Auge formte sich ein Bild eines weichen, warmen Brötchens mit saftigem Pflaumenmus, nach dem die ganze Küche duftet.
Und weil mir so was dann sowieso keine Ruhe mehr lässt und ich am nächsten Morgen mit einer Freundin zum Frühstück verabredet war, bei dem die Ergebnisse des Backversuchs dann gleich verspachtelt werden könnten, konnte ich mich ja eigentlich auch gleich ergeben und Merz-Mus-Wecken backen. Nützt ja nix. Was mus(s), das mus(s).
- 230 g Hafermilch
- 20 g frische Hefe
- 60 g Bio-Rübenzucker
- 1 EL (ca. 30 g) pflanzl. Skyr oder Quark
- 1 EL Apfelessig
- 90 g zimmerwarme Margarine
- ½ TL Salz
- 500 g Dinkelmehl Typ 630
- ca. 200 g Pflaumenmus
- Puderzucker und Zimt
(Übrigens: Wer keinen veganen Skyr oder Quark findet oder mag, kann den EL auch weglassen, dafür muss man nicht extra einen ganzen Becher aufreißen. Der Teig wird minimalst weniger saftig, aber das ist zu verschMERZen.)
Zuerst werden Milch und Zucker in einem Topf leicht erwärmt, dann die zerbröselte Hefe zugegeben und verrührt, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Hier bitte aufpassen, dass die Milch nicht zu heiß ist, das würde die Hefe killen. Hand- bzw. lauwarm ist hier eine sehr gute Temperaturangabe.
Das Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde buddeln und die Zuckerhefemilch hineingießen. Ca. 10 Minuten stehen lassen, bis die Hefe durch dezentes Schäumen anzeigt, dass sie lebt. Skyr, Apfelessig, Margarine und Salz zugeben und mit dem Knethaken des Handrührgeräts so lange verkneten, bis der Teig schön geschmeidig ist und sich vom Schüsselrand löst. Dafür können gut und gerne ein paar Minuten ins Land ziehen und das ist auch gut so… langes Kneten tut einem Hefeteig nämlich echt gut und er dankt es durch wunderbare Fluffigkeit.
Dieser Teig ist ein wenig klebrig, aber das sollte man aushalten können und nicht gleich Mehl zugeben. Dann könnten die Wecken zu trocken werden.
Den Teig abgedeckt in der Schüssel ca. 1 Stunde aufgehen lassen. Danach in 12 möglichst gleichgroße Portionen teilen, jede Portion zu einem Fladen drücken, in die Mitte einen TL Pflaumenmus setzen, nach oben zusammenfalten, gut zusammendrücken, umdrehen und mit der Naht nach unten auf ein Backblech setzen.
(Und ja, der Teig ist immer noch ein wenig klebrig. Das Mus-Wecken-Basteln funktioniert aber halbwegs gut, wenn man sich die Hände ganz leicht mit Mehl einreibt und auch den Fladen beidseitig mit ein wenig Mehl bestäubt.)
Auf diese Art und Weise insgesamt 12 runde Wecken formen und nochmal ca. 15 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180°C einstellen, das Blech mit den süßen Klöpsen umgehend in den kalten (!) Ofen schieben und ca. 30 Minuten backen. Sobald die erste zarte Bräunung auf der Brötchenoberfläche erscheint, mit Backpapier abdecken. Merke: Braun will niemand!
Wenn die Wecken fertig gebacken sind, noch im warmen Zustand erst mit Zimt, dann mit Puderzucker bestreuen. Und am allerbesten genießen, wenn sie noch lauwarm sind.

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