Döppekooche aus dem Airfryer

Kürzlich hat mir eine ADHS-Leidensgenossin, die aktuell wegen Schwangerschaft und Stillzeit keine Medikamente nehmen darf, erzählt, dass sie es geschafft hat, durch eine Ernährungsumstellung ihre Psychokirmes auf ein deutlich erträglicheres Level herunterzuregeln. Ihre ADHS-Symptome kicken nicht mehr ganz so stark und Depressionen sind auch handzahmer geworden.

Nachdem mir dann noch eine ebenfalls neurodivergente Psychiaterin ans Herz gelegt hat, zumindest mal auf meinen Zuckerkonsum zu achten (im günstigsten Fall auch gleich auf eine proteinreiche, vollwerte Ernährung, aber weniger Zucker wär‘ ja schon mal was) und ich dann noch über eine spannende Podcast-Folge mit Dr. Riedl zum Thema „Essen für die Psyche“ gestollpert und selbige maximalinteressiert verschlungen habe, sehe ich das ganze nun mal als Aufhänger, mal wieder etwas motivierter an dem zu schrauben, was bei mir auf dem Teller landet.

Auch wenn ich inzwischen ein totales Küchenfaultier geworden bin und mich über die Jahre meilenweit von meinem alten veganen Vollwert hinfort entfernt habe… so’n bisschen was geht ja immer.

Und wenn man – so wie ich – ohnehin einige elektronische Küchenhelfer rumstehen hat, kann man die ja auch eigentlich mal wieder benutzen. Heute habe ich die Helferlein benutzt, um mir einen ziemlich leckeren würzigen Kartoffelklops zu backen, im Rheinland auch als „Döppekooche“ bekannt. Im klassischen Original enthält dieses Gericht Speck, Wurst und Ei, in meinem Fall kommt Räuchertofu und Kichererbsenmehl hinein.

  • 1 kg Kartoffeln (am besten in Bioqualität, dann muss man nicht schälen)
  • 2 mittelgroße Möhren (ca. 150 g)
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund frische Petersilie
  • 40 g Kichererbsenmehl
  • 175 g Räuchertofu (bzw. einfach 1 Block, auf ein paar Gramm mehr oder weniger kommt’s nicht an)
  • 2 gestr. TL Salz,
  • 1-2 gestr. TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 gestr. TL schwarzer Pfeffer
  • 4 EL Olivenöl

Wer einen Thermomix oder einen ähnlichen überteuerten Küchenporsche sein eigen nennt, darf sich freuen, dann ist das Dings nämlich ziemlich schnell zusammengedängelt. In diesem Fall einfach Kartoffeln (gerne mit Schale), Möhren und Zwiebel grob zerteilen und zusammen mit den Knoblauchzehen, der Petersilie, Gewürzen und Kichererbsenmehl in den Mixtopf schubsen. Auf Stufe 4,5 – 5 ein paar Minuten ordentlich zerhäckseln.

Den Räuchertofu fein würfeln und untermischen. (Man könnte es auch ganz einfach machen und ihn gleich mit den anderen Zutaten in der Küchenmaschine zerkleinern, aber ich finde, mit sichtbaren Tofustückchen in der Kartoffelmasse hat der Döppekooche eine charmantere Struktur.) Wichtig ist außerdem, wirklich gut und ausreichend zu würzen, eher zuviel als zuwenig. Ich haue tatsächlich auch mehr Salz in die Masse als angegeben, aber zuviel davon ist der Gesundheit ja nicht so zuträglich. Da muss also jeder selbst schauen, wie er das handhabt.

Und jetzt kommt der zweite Küchenhelfer zum Einsatz, nämlich die Heißluftfritte. Ich habe für meinen Airfryer eine antihaftbeschichte Backform in der Größe 18 x 18 x 7 cm, und da passt der Kartoffelkerl ganz wunderbar hinein. Mit 2 EL Öl bestreiche ich die Form, fülle dann die Masse ein, drücke sie ein wenig fest und gebe die restlichen 2 EL Öl oben drauf.

Dann muss der Döppekooche in spe noch 60 Minuten bei 200 Grad ge-airfryert werden und fertig ist die gar nicht mal so ganz ungesunde Mahlzeit. Mit ungefähr 13 g Protein pro Portion (bei 4 Portionen) ist es zwar nicht unbedingt der Eiweißknüller schlechthin, aber wenn man z.B. statt klassischem (ungesüßten! Natürlich! Der Zucker, der ZUCKER!) Apfelmus mal ganz unorthodox veganen Kräuterquark dazu isst, kann man da noch ein bisschen nachladen.

Und das Gute ist: Das Ganze ergibt mindestens 2 Portionen, mit etwas Salat als Beilage kann man sogar gut 4 Tage davon essen. Also nur einmal schreddern und für mehrere Tage versorgt sein, da freut sich das Küchenfaultier!

Der Döppekooche schmeckt zwar auch kalt ganz okayish, aber ich föne mir meine Mahlzeit immer noch kurz im Airfryer etwas heiß, dann knuspert es auch wieder.

Wenn man weder Küchenporsche noch Heißluftfritte besitzt, muss man das Kartoffel- und Gemüsegedöns wohl leider von Hand reiben, da ist der Spaßfaktor wohl eher mäßig, -Statt Airfryer kann man wohl auch im Ofen backen.

Und ja, ich weiß – in Sachen vorbildlicher ausgewogener Vollwerternährung ist noch Luft nach oben, aber irgendwo muss man ja anfangen.


Du willst „mehr Mohr“? Dann melde dich zum Newsletter an – für umme und jederzeit kündbar!