Döppekooche-Schnitten mit fruchtigscharfem Kompott

Döppekooche-Schnitten mit fruchtigscharfem Kompott

Heute live auf der Mohrblog-Showbühne: “Der Döppekooche”!

Vermutlich wird außerhalb des Rheinlands und des Westerwalds niemandem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn man von einer großen Schüssel geriebener, rohen Kartoffeln berichtet, die mit Zwiebeln, Eiern, Speck und Mettwurst vermanscht in einen Bräter gekippt und im Ofen 2 Stunden lang zu einer matschig-würzigen Einheit mit brauner (Idealfall) oder gar schwarzer (kommt öfter schon mal vor) Kruste gebacken werden, um dann im Duett mit Apfelmus verspachtelt zu werden. Aber im Rheinland war und ist dieses deftige Unikum Tradition und wird meistens um die Zeit von Sankt Martin im Herbst gebacken.

Bei uns daheim im Hause Mohr war die Zubereitung meistens Männersache. Papa war Döppekooche-Meister und hat die erforderlichen Kartoffelberge sogar von Hand gerieben (was ihm in regelmäßigen Abständen die ein- oder andere Fingerkuppe gekostet hat). Wir hatten einen riesigen gusseisernen Bräter, der meines Wissen nie für etwas Anderes als Döppekooche verwendet wurde. Am Ende der Backzeit kam noch einmal Spannung auf, als der Kartoffelkerl rücklings auf den Bräterdeckel gestürzt wurde….wird er sich in einem Stück aus der Form lösen und sich als dampfender, braunknuspriger Laib präsentieren? Oder macht es einmal “Flotsch” und das Innenleben plumpst auf den Deckel, während die Kruste (ach, die KRUSTE!) im Bräter klebenbleibt, mühselig abgekratzt und notdürftig wieder angebastelt werden muss? Ganz egal wie die Geschichte ausging – am Ende hatte man einen deftigen, würzigen, dampfenden Pamps auf dem Teller, der unglaublich köstlich geschmeckt hat. Döppekooche war für mich immer ein leckeres Highlight, das ungeduldig erwartet wurde.

Der Gedanke an einen tierfreien Döppekooche kam mir in den letzten Jahren zwar des Öfteren, aber zum einen gab es immer genug andere leckere Rezepte zu testen. Und zum anderen ist es natürlich schwierig, sich für Eier, Speck und Mettwurst tierfreie Alternativen auszudenken, die schmecken und weitestgehend ohne Gedöns auskommen.
Aber der Döppekooche hat mich nicht losgelassen (ihr wisst schon, Emotionen und so). Ich habe immer mal wieder herumgespielt und am Ende ein für mich mehr als akzeptables Pendant gefunden, dass sich hinter seinem Speckbruder nicht zu verstecken braucht.

Anfangs habe ich tatsächlich ein wenig mit Tofuwürstchen statt Mettwürsten herumexperimentiert, aber irgendwie war das alles Murks – dann dachte ich mir, wenn ich eh schon alles an dem Gericht verändere, mache ich einfach eine ganz neue, voll moderne und stylishe Variante.
Das Gute daran ist (neben der einfachen Herstellung und der unfassbar gigantösen Köstlichkeit), dass diese Schnitten so ganz anders als der klassische Döppekooche sind. So läuft man gar nicht erst Gefahr, den Geschmack mit dem Kindheitsgericht zu vergleichen und am Ende (emotional) enttäuscht zu sein. Neue Zeiten, neuer Kooche.


DÖPPEKOOCHE-SCHNITTE

Für zwei unglaublich verfressene oder 4 moderat-futternde Personen braucht man:

ZUTATEN

1,2 kg festkochende Kartoffeln (geschält gewogen)
1 große rote Zwiebel
125 g Cranberries
3 EL Kichererbsenmehl (30 g)
1 Zehe Knoblauch
1 EL Salz
2 TL Paprika
1 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Curry
(bei allen Angaben zu den Gewürzen gilt: „ganz schwach gehäuft“ – also bitte keinen Bergbau betreiben)
Öl zum Einpinseln

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

ZUBEREITUNG IM TERRORMIX

Die Kartoffeln schälen, je nach Größe einmal zerteilen und in 2 „Ladungen“ im Mixtopf 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern. In eine große Schüssel kippen. Zwiebeln und Cranberries im Mixtopf auf Stufe 5 zerhäckseln, zum Kartoffelpamps geben. Kichererbsenmehl und Gewürze drüberstreuen und mit den Händen gut vermischen.

ZUBEREITUNG IM HANDBETRIEB

Kartoffeln schälen, in die Hände spucken (bitte nur sinnbildlich, alles andere wäre unhygienisch), die Ärmel hochkrempeln und die Kartoffeln allesamt reiben. Je nachdem, welchen fleißigen Helfer man hierzu benutzt und wie viele verschiedene Möglichkeiten es dabei gibt, würde ich so „mittelgrob“ empfehlen. Die Zwiebeln würfeln, Cranberries hacken und zu den Kartoffeln geben, Kichererbsenmehl und Gewürze drüberstreuen und mit den Händen gut vermischen.

UND WEITER GEHT’S!

Eine Auflaufform mit Öl auspinseln, die Masse darin verteilen und leicht andrücken. Ab in den Ofen. Nach 20 Minuten die Oberfläche mit 2 EL Öl einpinseln.

Insgesamt gut 1 Stunde backen lassen.


FRUCHTIGSCHARFES KOMPOTT

Während der Kartoffelkerl im Ofen bäckt, wird aus den geschälten Äpfeln und Bananen das wunderbare Kompott gezaubert.

ZUTATEN

150 g Bananen (vollreif)
150 g säuerliche Äpfel
(Äpfel und Bananen geschält und entkernt gewogen. Also, nur die Äpfel sind entkernt, ist klar, ne?)
3 EL Zitronensaft
60 g Bio-Rübenzucker
1 TL Currypulver (je nachdem welche Mischung man verwendet, einfach mal testen)

ZUBEREITUNG IM TERRORMIX

Das Obst in den Mixtopf schubsen, Zitronensaft und Zucker zugeben und ca. 10 Minuten/100°C/ Stufe 2 kochen. Dann 20 Sekunden auf Stufe 6 pürieren, Currypulver zugeben und nochmal 10 Sekunden auf Stufe 6 durchmixen.

ZUBEREITUNG IM HANDBETRIEB

Hier streichen wir einfach nur das „Mix“ aus dem obigen ersten Satz, also, Obst in einen Topf schubsen. Dann kommen Zitronensaft und Zucker dazu und das Ganze wird auf mittlerer Flamme so lange geköchelt, bis die Äpfel weich sind. Dann bekommt der Topfinhalt noch eine gründliche Massage mit dem Pürierstab, bis ein weiches Kompott entstanden ist. Dazu gibt man das Currypulver, rührt das Ganze nochmal gut durch und…fertig.

Das Kompott ist übrigens so lecker, dass man durchaus die doppelte Menge zubereiten kann. Ich fülle das goldene Stöffchen dann kochend heiß in ein ausgespültes Schraubglas und lasse es darin abkühlen. Passt zu allem, wenn man Curry mag…ich esse das Kompott zu Bratkartoffeln, gebratenem Tofu, oder gebe es zu gedämpftem Gemüse. Oder aufs Brot.

Mittlerweile ist dann wohl auch der Döppekooche fertig und wird in Stücke geschnitten und auf Tellern platziert. Das Kompott kann man kalt oder auch warm dazu servieren.


KLAPPSTULLE MIT RÖSTI-SCHNITTEN

Es soll ja durchaus Menschen geben, die nicht über einen Elefanten-Magen verfügen wie eine gewisse Frau M. aus N. und so einen Kartoffelkuchen nicht komplett aufessen können. Zum Glück schmecken die Schnittchen auch kalt, sind somit ein prima Bürofutter und eignen sich sogar großartig als „Auflage“ für eine solide Klappstulle.

Somit ist auch der Wanderproviant kartoffelig gesichert.


Knusper-Joghurtkruste

Das Oberhemd für die Klappstulle (sprich: “Brot”) kann man auch ganz einfach und unfassbar lecker selbst backen.
Dazu gibt es ein REZEPT! im Mohrblog.


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